Performance-Korridor Die Gewinner und die Verlierer eines Krisenmonats

Die obige Tabelle ist eine Übersicht aller vier Risikoprofile.

Die obige Tabelle ist eine Übersicht aller vier Risikoprofile. © Breidenbach von Schlieffen & Co.

>> Grafik vergrößern

Der vergangene Monat März war an den Kapitalmärkten von hoher Unsicherheit und abrupten Stimmungswechseln geprägt. Im Monatsverlauf rückten insbesondere geopolitische Risiken in den Vordergrund: Der Konflikt im Nahen Osten führte zu einem massiven Anstieg der Ölpreise und belastete Aktien- wie Anleihemärkte spürbar.

Der breit aufgestellte amerikanische S&P 500 verzeichnete im März eine Performance von -5,13 Prozent. Auch der paneuropäische Stoxx Europe 600 notierte mit -6,49 Prozent. Der deutsche Leitindex Dax, der die 40 größten börsennotierten Unternehmen Deutschlands abbildet, wies auf Monatssicht sogar eine Performance von -7,95 Prozent auf.

Öl- und Gasproduzenten profitieren 

Auf Sektorebene konnten vor allem Öl- und Gasunternehmen profitieren. Zu den Verlierern zählten hingegen insbesondere energieintensive Branchen wie Chemie- und Bauunternehmen sowie zinssensitive Sektoren wie Immobilienwerte. Steigende Energiekosten belasten die Gewinnmargen vieler Unternehmen, während zunehmende Inflationssorgen die Wahrscheinlichkeit baldiger Zinssenkungen verringern. Dies verteuert Finanzierungen und belastet insbesondere Unternehmen mit hohem Kapitalbedarf. Banken profitieren zwar grundsätzlich teilweise von höheren Zinsen, geraten jedoch unter Druck, wenn schwächere Kreditnachfrage, steigende Refinanzierungskosten und höhere Ausfallrisiken in den Vordergrund treten.

Auch im Technologiesektor nahm die Debatte über die Tragfähigkeit bisheriger Bewertungen zu. Anleger stellten zunehmend die Widerstandsfähigkeit klassischer Software- und SaaS- Modelle in Frage. Parallel dazu wuchs die Sorge, dass die geplanten Investitionen von Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta in Höhe von rund 635 Milliarden US-Dollar in Rechenzentren, Chips und KI-Infrastruktur im Jahr 2026 durch dauerhaft hohe Energiepreise zusätzlich auf den Prüfstand geraten könnten.

Besonders deutlich zeigte sich die Belastung an den Rohstoff- und Devisenmärkten. Die Risiken rund um die Straße von Hormuz führten im März zu einem spürbar verminderten Angebot von Rohöl. Der Ölpreis in US-Dollar stieg zeitweise auf Monatssicht um mehr als 60 Prozent und ließ viele Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen schwinden.

Gold kein sicherer Hafen

Gold konnte seine Rolle als sicherer Hafen im März nicht erfüllen. Das Edelmetall fiel auf Monatssicht in US-Dollar um knapp 12 Prozent. Der US-Dollar profitierte dagegen von seiner Safe-Haven-Funktion und von der Tatsache, dass die USA als Nettoenergieexporteur relativ besser durch einen Energieschock kommen könnten. Entsprechend stand der Euro zum Monatsende bei rund 1,154 US-Dollar und steuerte auf einen Monatsverlust von 2,25 Prozent zu. Für eurobasierte Anleger in amerikanischen Anleihen und Aktien ergab sich im März somit zumindest ein positiver Währungseffekt.

Auch die Wirtschafts- und Handelspolitik sorgte im März nicht für Entlastung. Nach dem Urteil des Obersten Gerichtshofs Ende Februar gegen Trumps frühere globale Zölle blieb der neue temporäre globale US-Zoll von 10 Prozent nach Section 122 des Trade Act ein Belastungsfaktor. Zugleich leitete die US-Regierung im März weitere Handelsuntersuchungen gegen wichtige Partnerländer ein.

Notenbanken halten vorerst still 

Geldpolitisch setzten sowohl Fed als auch EZB auf Abwarten. Länger anhaltend hohe Energiekosten werden entlang der Wertschöpfungskette an die Konsumenten weitergegeben und erhöhen damit den Inflationsdruck. Dies erschwert den Zentralbanken Zinssenkungen und spricht eher für ein unverändertes oder sogar höheres Zinsniveau. Da Investoren zuvor noch verstärkt auf Zinssenkungen gesetzt hatten, belastete diese Entwicklung sowohl Anleihe- als auch Aktienkurse. Die US-Notenbank beließ den Leitzinskorridor bei 3,50 bis 3,75 Prozent und verwies auf erhöhte Unsicherheit sowie die unklaren Folgen der Entwicklungen im Nahen Osten. Auch die EZB beließ den Einlagensatz angesichts der Inflationssorgen unverändert bei 2,00 Prozent.

Vor diesem Hintergrund analysiert Breidenbach von Schlieffen, welchen Fondsmanagern es im vergangenen Monat gelang, durch aktive Positionierung dem Abschwung der Indizes entgegenzuwirken, und welche Fondsmanager besonders hohe Verluste verzeichnen mussten. Insgesamt werden im Rahmen des Performancekorridors 177 verschiedene vermögensverwaltende Fonds in den Risikoklassen Defensiv, Ausgewogen, Dynamisch und Risiko analysiert. Im vergangenen Monat gelang es 153 Fondsmanagern, unsere Benchmark aus Dax und Rex zu schlagen. Die internationale Benchmark konnten hingegen lediglich 24 Fonds übertreffen.

Eine genaue Analyse kann man auf der Website des Vermögensverwaltervergleichs vornehmen. Dort können Sie den Zeitraum seit Jahresanfang nach Performance, Volatilität, Sharpe Ratio und Maximum Drawdown auswerten.

Vermögensverwaltende Konzepte belastbar zu vergleichen, schafft man nur da, wo sie in vermögensverwaltenden Fonds daherkommen. Mithilfe des Performance Korridors vom Family Office Breidenbach von Schlieffen & Co.  schaut das private banking magazin regelmäßig auf den Wettbewerb und ordnet die Leistungen ein. Dieses Mal die besten, mittleren und schlechtesten Vermögensverwalter sortiert nach ihrer Performance über den zurückliegenden Monat (01.03.2026 – 31.03.2026). Die obige Tabelle ist eine Übersicht aller vier Risikoprofile.

Was man wissen muss:

Das Family Office Breidenbach von Schlieffen & Co. analysiert nur vermögensverwaltende Konzepte, die mindestens 100 Millionen Euro Assets under Management und einen Track Record von 5 Jahren haben. Neben der quantitativen Analyse findet auch eine qualitative Analyse der Konzepte statt, so dass nicht adäquate oder schlechte Konzepte im Vorwege aussortiert werden. Dies führt zu einem „Qualitäts-Bias“, der dazu führt, dass die schlechtesten Verwalter der Analyse nicht die schlechtesten Verwalter des Marktes widerspiegeln. Derzeit werden 177 VV-Konzepte abgebildet. Datenquelle ist Reuters, verarbeitet werden die Daten mittels Qplix (www.qplix.de). Entsprechend erfolgt die Berechnung der Volatilität nach der Qplix-Methode (250 Tage).

In den Performance-Daten werden KEINE Kosten für Depotverwahrung und Transaktionen berücksichtigt.

Quelle:
Die Daten hat freundlicherweise Dr. Marc Breidenbach vom Family Office Breidenbach von Schlieffen & Co. zur Verfügung gestellt. Den kompletten Vergleich als PDF-Datei können Sie hier  herunterladen.

Mehr zum Thema

nach oben