Trotz erheblicher Turbulenzen an den Kapitalmärkten haben deutsche Pensionswerke zur Jahresmitte einen neuen Rekord erreicht. Der Ausfinanzierungsgrad der Dax-Unternehmen kletterte auf 87,1 Prozent, bei den MDax-Firmen auf 79,9 Prozent. Das zeigt eine Studie des Beratungsunternehmens WTW.
Ende 2024 lagen die Werte noch bei 82,0 Prozent (Dax) und 74,5 Prozent (MDax). Haupttreiber war der Anstieg des internationalen Rechnungszinses um rund 30 Basispunkte auf 3,73 Prozent.
„Der deutliche Zinsanstieg im Frühjahr war maßgeblich durch das Investitionspaket der Bundesregierung in Höhe von 900 Milliarden Euro getrieben“, sagt Hanne Borst, Leiterin des Geschäftsbereichs Ruhestand (Retirement) bei WTW. Der Rechnungszins profitierte deutlich stärker als zu Jahresbeginn erwartet.
Märkte zeigen sich robust
Im ersten Quartal belasteten neue US-Zölle und geopolitische Spannungen die Kapitalmärkte erheblich. Eine anhaltende negative Wirkung blieb jedoch aus. Die Planvermögen legten im DAX um 2,0 Prozent auf 266,2 Milliarden Euro zu, im MDax um 3,3 Prozent auf 45,9 Milliarden Euro.
„Noch im April war die Nervosität an den Kapitalmärkten spürbar“, erklärt Johannes Heiniz, Senior Director des Geschäftsbereichs Ruhestand. „Umso bemerkenswerter ist es, dass die Pensionswerke diese Phase gut überstanden haben.“
Neben dem gestiegenen Rechnungszins trug das aktive Management der Pensionsportfolios zur Stabilität bei. Die Pensionsverpflichtungen gingen um rund vier Prozent auf 305,5 Milliarden Euro (DAX) beziehungsweise 57,5 Milliarden Euro (MDAX) zurück.