Umfrage unter deutschen Vertretern Pensionskassen zeigen sich erleichtert – aber kämpfen mit Regulatorik

Zwei Rentnerinnen spazieren durch eine Fußgängerzone: Pensionskassen machen sich inzwischen weniger Sorgen darüber, ob sie die Garantien erfüllen können.

Zwei Rentnerinnen spazieren durch eine Fußgängerzone: Pensionskassen machen sich inzwischen weniger Sorgen darüber, ob sie die Garantien erfüllen können. Foto: Imago Images / Michael Gstettenbauer

Die Situation bei Deutschlands Pensionskassen hat sich entspannt: Nur noch bei 23 Prozent der Institute bleibt es ein Thema, die versprochenen Garantien erfüllen zu können. Das zeigt eine Umfrage von WTW unter Vertreterinnen und Vertretern deutscher Pensionskassen sowie Fachexperten. Demnach zeigen sich die Pensionskassen nach Jahren des Niedrigzinses deutlich optimistischer, die Leistungsversprechen auch langfristig erfüllen zu können. Mit dem
Anstieg der Marktzinsen seit Anfang 2022 entspanne sich die Lage aktuell.

 

„Während die Pensionskassen bei der Erfüllbarkeit der Garantien aufatmen können, sind sie nun mit den gestiegenen regulatorischen Anforderungen konfrontiert“, erklärt Tim Voetmann, Leiter Pensionskassenberatung WTW. Die Umsetzung und Proportionalität der Regulatorik dominiere aktuell den Alltag der meisten Pensionskassen. Schließlich müssen die Pensionskassen oftmals dieselben regulatorischen Anforderungen erfüllen wie Versicherungskonzerne – können dabei jedoch auf deutlich weniger Ressourcen zurückgreifen.

Kleinere Pensionskassen hadern mit der eigenen Risikobeurteilung

So gaben 58 Prozent der Pensionskassen an, sich derzeit vor allem damit zu beschäftigen, die Regulatorik umzusetzen. „Insbesondere für kleinere Pensionskassen sind die steigenden regulatorischen Anforderungen und die eigene Risikobeurteilung herausfordernd“, so Hanne Borst, Head of Retirement bei WTW. Der demografische Wandel und ob das eigene Angebot attraktiv ist, ist für die Pensionskassen deswegen laut Umfrage weit weniger wichtig.

 

70 Prozent der Pensionskassen geben an, gut aufgestellt zu sein und planen, den eingeschlagenen Kurs zu halten. Nur 26 Prozent sehen Bedarf für eine leichte Richtungskorrektur und neue Investitionen. „Die Umfrageergebnisse implizieren, dass sich die Pensionskassen schnell auf die neuen Anforderungen und Schwerpunkte eingestellt und ihre internen Prozesse und Anlagestrategien entsprechend ausgerichtet haben“, ordnet Tim Voetmann ein.

Weitere Ergebnisse der Umfrage:

  • Trotz des ab 2025 höheren Höchstrechnungszinses in der Versicherungswirtschaft will nur ein geringer Teil der Pensionskassen die Garantieverzinsung anheben
  • Pensionskassen sehen in der Garantieverzinsung nicht das alleinige Kriterium für ein attraktives Angebot
  • Die Pensionskassen-Vertreter erwarten, dass die Marktzinsen nicht dauerhaft auf dem aktuell hohen Niveau bleiben
  • Unsicher sind sich die Vertreter, ob die Zinsen wieder in den Bereich der Niedrigzinsphase fallen oder einen höheren Stand halten können

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