Seit Donald Trumps Amtsantritt Anfang 2025 hat der schwedische Pensionsfonds Alecta einen Großteil seiner US-Staatsanleihen abgestoßen. Das berichteten das Nachrichtenportal Reuters und die Wirtschaftswoche. Gegenüber dem private banking magazin bewertet Finanzvorstand Pablo Bernengo die Entscheidung in Anbetracht der jüngsten Ereignisse im Grönlandkonflikt.
Ende 2024 hielt Alecta US-Staatsanleihen im Wert von 100 Milliarden schwedischen Kronen, nach aktuellem Kurs rund 11 Milliarden US-Dollar. „Wir haben seit Anfang 2025 den Großteil unserer Bestände an US-Staatsanleihen reduziert“, sagt Finanzvorstand Pablo Bernengo. Die Wirtschaftswoche beziffert den Abbau auf 70 bis 80 Milliarden schwedische Kronen, was 7,7 bis 8,8 Milliarden Dollar entspricht. Das Blatt stützt sich auf Berichte der Wirtschaftszeitung Dagens Industri.
Bernengo erklärt zudem, Alecta habe einen hohen Anteil der Anlagen der dänischen Pensionskasse gegen Dollarrisiko abgesichert. Das Risiko bei US-Staatsanleihen und beim US-Dollar ist laut Bernengo gestiegen. Als Grund nennt er „die geringere Vorhersehbarkeit der Politik in Verbindung mit hohen Haushaltsdefiziten und einer wachsenden Staatsverschuldung“.
Mangelnde Kreditwürdigkeit der USA
Die mangelnde Kreditwürdigkeit der USA bewog auch Anders Schelde zum Verkauf der nordamerikanischen Staatsanleihen. Der Investmentdirektor des dänischen Pensionsfonds verkündete am Dienstag eine Reduktion in Höhe von 100 Millionen US-Dollar.
Neben den Zweifeln an der Bonität habe der Konflikt um Grönland „die Entscheidung nicht erschwert“, sagt Schelde dem Onlineportal Marketscreener. Zur Wochenmitte verkündete Trump über seine Plattform Truth Social, es gebe einen Kompromiss im Streit um Grönland.
Entspannung im Grönlandkonflikt beeinflusst Risikoeinschätzung nicht
Der US-Präsident habe sich mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte auf einen Rahmen geeinigt und ziehe die Zolldrohung zurück. „Wir sehen bislang keinen Grund, das Risiko anders einzuschätzen“, sagt Bernengo gegenüber dieser Redaktion. „Wir verfolgen die Ereignisse jedoch sehr aufmerksam“, fügt er hinzu.
Der Pensionsfonds Alecta verwaltet Renten in Höhe von 1.400 Milliarden Euro. Das schwedische Haus hat 37.000 Unternehmenskunden und 2,8 Millionen Privatkunden.