Pensions Institute fordert Kostentransparenz 85 Prozent der Fondskosten bleiben versteckt

Fondsverwalter sollten gezwungen sein, die gesamten Kosten der aktiven Fondsverwaltung offenzulegen. Das fordert das Pensions Institute der Cass Business School in einem Weißbuch. Nur so könnten Anleger sehen, wie stark die Kosten ihre Renditen wirklich belasten.

Bei Forschungen hat das Institut herausgefunden, dass die verborgenen Kosten wie Geld-Brief-Spannen und Transaktionskosten bis zu 85 Prozent der gesamten Transaktionskosten eines Fonds ausmachen können. Der Rest setzt sich aus sichtbaren Kosten wie Provisionen, Steuern und Gebühren zusammen.

„Es gibt keine guten Gründe dafür, die Gesamtkosten des Investmentmanagements nicht vollständig offenzulegen“, erklärt David Blake, Leiter des Pensions Institute. „Es handelt sich schließlich um reelle Kosten, die von den Anlegern getragen werden.“

Die Kosten könnten in der Form einer sogenannten Kostenrate angegeben werden, die von der Bruttorendite abgezogen wird. Der Anleger erhält so eine Nettorendite, die über die wahre Rendite seiner Geldanlage Auskunft gibt.

„Die verborgenen impliziten Kosten sind schwieriger zu berechnen, denn sie bedürfen einer Analyse von Informationen, die von den Systemen des Investmentmanagers nicht unbedingt automatisch erfasst werden“, ergänzt Blake. „Trotzdem stellt sich die Frage, ob die Systeme der Fondsverwalter nicht so konfiguriert werden können, dass sie auf kostengünstige Weise ähnliche Informationen generieren.“

Sichtbare explizite Kosten


•    Provisionen
•    Steuern
•    Gebühren
•    Depotkosten
•    Anschaffungskosten

Verborgene explizite Kosten


•    Geld-Brief-Spanne: Die am einfachsten zu verstehenden verborgenen Kosten. Die Geld-Brief-Spanne wird von einem Makler oder Marktmacher für den An- und Verkauf von Sicherheiten oder von einer Investmentbank für beispielsweise eine Währungssicherung berechnet. Die gesamten innerhalb eines Jahres angefallenen Kosten werden auf den jährlichen Portfolioumsatz bezogen.

•    Transaktionskosten: Kauft ein Investmentmanager im Auftrag eines Anlegers Fonds, werden die innerhalb dieser Fonds anfallenden Transaktionskosten nicht einmal den Investmentmanagern bekanntgegeben. Der Anleger bezahlt sie jedoch in der Form einer geringeren Rendite.

•    Stille Einkünfte: Es ist möglich, dass der Investmentmanager von stillen Einkünften profitiert, wie thesaurierten Zinsen aus zugrundeliegenden Barguthaben oder thesaurierten Gewinnen aus Wertpapierleihen.

Verborgene implizite Kosten


•    Market Impact: Bezieht sich auf die Reaktion des Marktpreises auf eine große Transaktion wie beispielsweise einen Paketverkauf von Sicherheiten. Der Marktpreis fällt durch den Verkauf der Sicherheiten, sodass der durchschnittliche Ausführungspreis unter dem Preis vor dem Verkauf liegt. Versucht der Investmentmanager, eine große Transaktion in kleineren Einheiten auszuführen, indem er zum Beispiel Geschäfte bewirbt, um Käufer anzulocken, oder Interessensindikatoren sucht, führt dies zu Informationslecks, die weitgehend die gleiche Wirkung haben wie der Market Impact.

•    Marktrisiko: Bezieht sich auf die Tatsache, dass ein Anleger während des Zeitraums, in dem die Transaktion stattfindet, den Ereignissen auf dem Markt ausgesetzt ist. Nehmen wir an, der Investmentmanager plant, Sicherheiten für einen Kunden zu kaufen. Der Kunde ist dann dem Risiko ausgesetzt, dass der Marktpreis vor Ausführung der Transaktion steigt.

•    Weitere Kosten: Kosten aufgrund verpasster Gelegenheiten oder Timing-Kosten entstehen, wenn eine Transaktion nicht zum bestmöglichen Preis ausgeführt wird. Und letztlich gibt es Verzögerungskosten, die durch das Warten auf den Transaktionsabschluss entstehen. Der Kaufpreis liegt währenddessen zum Beispiel auf einem unverzinsten Konto. Einige dieser impliziten Kosten können abgesichert werden, beispielsweise diejenigen in Verbindung mit ungünstigen Marktbewegungen. Die Kosten für die Absicherung werden dadurch jedoch zu expliziten verborgenen Kosten.