PE-Barometer von Coller Capital Deutschland und Frankreich als Buyout-Märkte sehr gefragt

Michael Schad ist Partner bei der Investmentgesellschaft Coller Capital.  | © Coller Capital

Michael Schad ist Partner bei der Investmentgesellschaft Coller Capital. Foto: Coller Capital

Der Anteil institutioneller Investoren, die sich direkt an Privatunternehmen ohne Einbeziehung eines Private-Equity-Fonds beteiligen – sogenannte Limited Partners (LPs) – hat laut dem jüngsten Global Private Equity Barometer von Coller Capital den Höhepunkt erreicht. Am britischen Buyout-Markt verlieren europäische Anleger jedoch deutlich das Interesse.

Zwischen 2006 und 2012 verdoppelte sich der Anteil der direkt investierenden LPs nahezu. Seither liegt der Wert unverändert bei rund einem Drittel der LPs. Im Gegensatz dazu haben Co-Investments – also Direktanlagen parallel zu einem indirekten Fondsinvestment in dieselbe Firma – zunehmend an Beliebtheit gewonnen: So verdoppelte sich die Zahl der Co-Investoren unter den LPs in den vergangenen zehn Jahren.

 Quelle: Coller Capital

Rund 44 Prozent der institutionellen Investoren in Private Equity rechnen damit, dass Großbritannien in Zukunft weniger interessant wird – der schlechteste Einzelwert in Europa. Dagegen sehen 43 Prozent in Frankreich und 34 Prozent im deutschsprachigen Raum bessere Chancen für Geschäfte der Fonds, die sich an Firmen beteiligen oder Unternehmen übernehmen. „Europäische Anleger schätzen Buyouts auf dem europäischen Festland nun als attraktiver ein, während ihr Enthusiasmus für das Vereinigte Königreich nachlässt“, sagt Michael Schad, Partner bei Coller Capital.

 Quelle: Coller Capital

Insgesamt gesehen beabsichtigen große und kleinere Anleger, die Zahl der Manager, in die sie investieren, entweder beizubehalten oder zu erhöhen. Auch das Volumen des Kapitals, das sie für die Fonds der einzelnen Manager vorsehen, wird nach ihren Angaben steigen. Die Hälfte der Anleger beabsichtigt, die Durchschnittsgröße der investierten Kapitalsumme zu erhöhen, während lediglich einer von zehn eine Reduzierung plant.

Die Anlegergemeinschaft befindet sich nach Einschätzung der Autoren an einem Scheideweg. „Limited Partners, die spezialisierte Ansätze in Bezug auf Private Equity verfolgen, beispielsweise Direktinvestitionen in Privatunternehmen, werden voraussichtlich den Anteil des Kapitals erhöhen, das sie in diese Bereiche investieren. Anleger, die diesen Weg noch nicht eingeschlagen haben, werden dies in Zukunft auch nicht unbedingt tun“, sagt Jeremy Coller, Investmentchef von Coller Capital.