Pandemie-Profiteure Oxfam: Vermögen der Milliardäre wächst weltweit um fünf Billionen US-Dollar

Die Superjacht Moonrise misst 100 Meter und gehört Whatsapp-Mitgründer und Mehrfach-Milliardär Jan Koum

Die Superjacht Moonrise misst 100 Meter und gehört Whatsapp-Mitgründer und Mehrfach-Milliardär Jan Koum: Ultravermögende weltweit profitierten vom Vermögenszuwachs in der Corona-Pandemie. Foto: Arno Senoner on Unsplash

Seit März 2020 ist das Vermögen der aktuell 2.755 Milliardäre einer aktuellen Oxfam-Studie zufolge um fünf Billionen US-Dollar gestiegen, von 8,6 auf 13,8 Billionen. Höhe und Geschwindigkeit, mit der sie ihr Vermögen mehren, sind laut der Organisation in der Geschichte der Menschheit beispiellos. Den Angaben zufolge haben Milliardäre damit ihr Vermögen während der Pandemie stärker vermehrt als in den gesamten 14 Jahren zuvor.

Oxfam beklagt, dass sich während der Pandemie die Kluft zwischen arm und reich dramatisch vergrößert hat: Während das weltweite Vermögen zwischen 2019 und 2021 Schätzungen zufolge nur um ein Prozent angewachsen ist, konnten die vermögendsten 0,001 Prozent, rund 55.000 Menschen, ihres um 14 Prozent mehren. An der obersten Spitze, der Welt der Milliardäre, stieg das Vermögen den Angaben zufolge im selben Zeitraum sogar um mehr als 50 Prozent.

Vermögen in Deutschland

Auch in Deutschland nimmt die im Vergleich zu anderen EU- und OECD-Ländern sehr starke Konzentration der Vermögen laut Oxfam weiter zu: Die zehn wohlhabendsten Personen haben ihr kumuliertes Vermögen seit Beginn der Pandemie von etwa 144 Milliarden auf etwa 256 Milliarden US-Dollar gesteigert – ein Anstieg um rund 78 Prozent. Allein dieser Gewinn entspricht annähernd dem Gesamtvermögen der ärmsten 40 Prozent, also von 33 Millionen Deutschen.

Aktuellen Zahlen der Bundesbank zufolge ist das Geldvermögen der privaten Haushalte im dritten Quartal 2021 um 73 Milliarden Euro auf 7,4 Billionen Euro gestiegen. Im Vergleich zu den Vorquartalen war das Wachstum unter Berücksichtigung sämtlicher Transaktionen und Bewertungsänderungen somit merklich schwächer. Das dürfte laut Bundesbank die Folge einer teilweisen Normalisierung der pandemiebedingten erhöhten Ersparnisbildung der privaten Haushalte im dritten Quartal 2021 gewesen sein.

Besonders hervorzuheben seien die Bewertungsgewinne bei Aktien (8 Milliarden Euro) und bei Anteilen an Investmentfonds (2 Milliarden Euro), die deutlich geringer ausfielen als noch im zweiten Quartal 2021 (jeweils 26 Milliarden Euro).