Overlay-Konzepte, Teil 2 So verlieren Währungsrisiken ihren Schrecken

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Ein Beispiel für einen Overlay-Nutzer ist die Evangelische Ruhegehaltskasse in Darmstadt, die im vergangenen Jahr ein entsprechendes Mandat von mehr als einer Milliarde Euro an das Bankhaus Metzler vergab. „Ungesichert hätten wir in unseren Anlagen einen Fremdwährungsanteil von über 50 Prozent, die laut unseren internen Risikorichtlinien erlaubte Obergrenze liegt aber nur bei 25 Prozent“, erklärt Guido Helfberend, Referent für Kapitalanlagen. Der US-Dollar-Anteil liege – gemessen an der Gesamtanlage – bei über 35 Prozent.

Vom Overlay-Manager erhoffe man sich, dass der die Währungsquote im Rahmen der zulässigen Obergrenze aktiv steuert und für bestimmte diversifizierende Währungspaare so variiert, dass ein Effizienzgewinn zur bisherigen Absicherung auf Manager-Ebene beziehungsweise ein Zusatzgewinn im Vergleich zur passiven Absicherung entsteht. 

Auch in dieser Hinsicht ähnelt ein Währungs-Overlay also einem Risiko-Overlay. Unterschiede gibt es indes in den Instrumenten. Denn Optionen fallen wegen der hohen Anlaufkosten grundsätzlich aus. Stattdessen dreht sich alles um Futures, Forwards und Swaps, also Tauschgeschäfte. Wobei alle drei ähnlich funktionieren, denn über sie schließt der Währungsmanager ein Geschäft in der Zukunft ab. 

Währungskurs, Menge und Laufzeit sind im Vorfeld festgelegt. Bei einem Future passiert das standardisiert über die Terminbörse. Damit vermeidet man das Risiko, dass der Geschäftspartner ausfällt (Kontrahentenrisiko) und bekommt automatisch den relativ besten Kurs, weil alle Marktteilnehmer ihre Gebote ins Handelsbuch einspeisen. Trotzdem ist Özgür Atasever von Futures nur mäßig begeistert. „Der Markt ist für die Beträge, die wir benötigen, zu klein und zu wenig liquide. Die An- und Verkaufsspannen werden dann zu groß“, sagt der Direktor im Währungsmanagement des Bankhauses Metzler. Er bevorzuge deshalb grundsätzlich Forwards: „Das ist der liquideste Markt überhaupt.“