Online-Shopping „E-Commerce mit Lebensmitteln steht erst am Anfang“

Lieferwagenflotte von Amazon Fresh in Los Angeles: Seit 2017 ist der E-Food-Service auch in Deutschland unterwegs.  | © Getty Images

Lieferwagenflotte von Amazon Fresh in Los Angeles: Seit 2017 ist der E-Food-Service auch in Deutschland unterwegs. Foto: Getty Images

Das Einkaufserlebnis unterliegt stetem Wandel. Staunend standen die Kunden vor der Fülle des Angebots, als um 1890 die ersten Kaufhäuser in Berlin eröffneten. Ab 1950 revolutionierten die Selbstbedienungsläden die Einkaufswelt. Produktvielfalt, Preistransparenz und bequeme Selbstbedienung ermöglichen heute die rasante Expansion des Online-Shoppings.

Ob Bücher, Elektronik oder Bekleidung: Seit Mitte der 1990er Jahre können wir nahezu alles online bestellen. Doch kann das starke Wachstum weitergehen? Und werden die Megaseller von heute auch die Gewinner von morgen sein?

Deutsche Online-Shopper nur auf Platz 5

Fakt ist: Der Online-Handel wächst nachhaltig. 2019 wird der weltweite Umsatz bei annähernd 1,8 Billionen Euro Umsatz liegen. Und für die kommenden vier Jahre werden Wachstumsraten von fast 9 Prozent pro Jahr vorausgesagt. Besonders begeisterte Online-Shopper waren im Jahr 2018 die Chinesen mit einem Umsatz von 636 Milliarden Euro, gefolgt von den US-Amerikanern mit 485 Milliarden Euro. Noch hinter Japan und Großbritannien landete Deutschland mit einem Umsatz von 58,5 Milliarden Euro auf Platz 5. Allerdings rechnen Beobachter hierzulande mit einem Anstieg der Umsätze auf rund 66 Milliarden Euro bis Ende 2019.

Wo Online-Händler jetzt punkten können

Weltweit betrachtet waren 2018 die US-Konzerne Amazon, Apple und Walmart die Betreiber der weltweit umsatzstärksten Online-Shops. Es stellt sich die Frage: Können die Umsätze der Konzerne weiter so dynamisch wachsen wie bisher? Es sieht fast danach aus – es gibt Produkte, die bislang gar nicht oder kaum online gekauft werden.

So steht zum Beispiel der E-Commerce mit Lebensmitteln gerade erst am Anfang. Aber auch hier verstärkt sich bereits der Trend zum Online-Shopping. Amazon, der weltgrößte Online-Versandhändler, ist im Mai 2017 mit „Amazon Fresh“ in Deutschland gestartet, ein Lieferservice für Lebensmittel. Beschränkte sich der Roll-out anfangs auf Berlin und Potsdam, war der Service wenige Monate später auch in Hamburg und München verfügbar.

Weiteres Potenzial für Online-Shopping sehen wir in Bereichen wie Möbel, Haushaltswaren oder Autos. Aktuelles Beispiel: Lidl. Anfang 2019 hat der Discounter sein Online-Portfolio um ein Leasing-Angebot für den Fiat 500 erweitert. Binnen kürzester Zeit waren alle Fahrzeuge unter Vertrag.

Neue Technologien als Wachstumstreiber

Für zusätzlichen Schub sorgen neue Technologien, die das Online-Shopping noch smarter machen: etwa Voice Commerce und elektronische Sprachassistenten. Auch verschiedene innovative Bezahlprozesse tragen dazu bei, dass Kunden ihren Einkauf im Internet nicht auf der Zielgeraden abbrechen.

Der Onlinehandel ist nur ein Beispiel dafür, wie die Digitalisierung unser Umfeld und unsere Gewohnheiten verändert. Lesen, Fernsehen, Freundschaften pflegen: Auch beim Freizeitverhalten gehen wir neue Wege. Daraus ergeben sich aussichtsreiche Chancen für Anleger, die vom globalen Wandel und von zyklischen Trends profitieren wollen.