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Onkologie-Forschung Hoffnung für Krebspatienten

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Kosten als weiterer Problempunkt

Bei einem Produkt, das von den Patienten selbst stammt und von so vielen Variablen abhängt, ist es schwierig, ein traditionelles Preismodell zu vertreten, bei dem Forschung und Entwicklung, Fertigung und Logistik berücksichtigt werden. Es wäre möglich, ein ergebnisorientiertes Modell zu wählen: Der Preis des Medikaments hängt vom Nutzen und nicht von den Kosten für Entwicklung und Herstellung ab. Allerdings kann es riskant sein, dieses Preissystem für lebenswichtige Arzneimittel zu verwenden: Da CAR-T-Zellen oft als letztes Mittel eingesetzt werden, würde dies nahezu einer Kostenschätzung des menschlichen Lebens gleichkommen. Nichtsdestotrotz investieren Pharmaunternehmen große Summen in diese Form der Therapie. So hat etwa Novartis seit 2012 mehr als einen Milliarde US-Dollar ausgegeben, um das Produkt Kymriah auf den Markt zu bringen, das pro Patient 475.000 US-Dollar kostet. Aufgrund des hohen Preises besteht im Hinblick auf die Therapie eine gewisse Zurückhaltung von Seiten der Zulassungsbehörden und Versicherungsgesellschaften.

Gesunde Spender als Teil der Lösung

Die meisten der oben genannten Probleme könnten durch allogene Therapien gelöst werden, für die anstelle von Patientenzellen die Zellen von gesunden Spendern verwendet werden, die nicht mit den Patienten verwandt sind. Der Vorteil: Zellen gesunder Spender sind leichter verfügbar. Das ermöglicht es, nur T-Zellen zu entnehmen, die optimal für die Krebsbekämpfung geeignet sind. Das ist nicht möglich, wenn das Arzneimittel aus Zellen des Patienten gewonnen wird und es nur wenige Zellen gibt, die gegen den Krebs ankämpfen können. Abgesehen davon wäre bei den gebrauchsfertigen CAR-T-Zellen im Gegensatz zum autologen CAR-T-Ansatz, bei dem das Therapieergebnis von einer einzigen Behandlungsdosis abhängig ist, gegebenenfalls die Flexibilität einer wiederholten Verabreichung gegeben.

Außerdem würde sich durch den Einsatz von Spenderzellen möglicherweise eine Qualitäts- und Sicherheitsoptimierung in Bezug auf das Endprodukt ergeben. Abgesehen davon könnten die hohen Kosten der Kühllogistik, die oftmals den Transport über mehrere Kontinente hinweg erfordert, theoretisch um die Hälfte reduziert werden, da die von Spendern stammenden, mit CAR versehenen Zellen nur einmal transportiert werden müssten – nämlich von der Produktionsstätte zum Krankenhaus. Wenn es gelingen sollte, einen kostengünstigeren Herstellungs- und Lieferprozess zu ermöglichen, würden die Preise spürbar sinken und die Versicherungsgesellschaften eher dazu bereit sein, diese Therapien zu erstatten – und für die Patienten wären sie dann leichter zugänglich.

Risiken bei der Behandlung

Die Krebstherapie mit Zellen gesunder Spender bietet zwar gute Überlebenschancen für die Patienten, birgt aber auch erhebliche Risiken. Zudem bestehen nach wie vor viele Unwägbarkeiten. So kann es vorkommen, dass inkompatible CAR-T-Zellen injiziert werden, die nicht nur die Krebszellen, sondern auch alle anderen Zellen des Patienten angreifen. Gleichzeitig kann es vorkommen, dass das Immunsystem des Patienten die Fremdzellen angreift und tötet, bevor sie den Krebs zerstören können. Es gibt jedoch verschiedene Möglichkeiten, um diese Probleme zu lösen – beispielsweise über die Suche nach kompatiblen Spendern und Empfängern. Leider scheint diese Strategie aufgrund der großen Unterschiede sowohl bei den Patienten als auch bei den potenziellen Spendern jedoch zu zeitaufwendig zu sein, um praktisch umgesetzt werden zu können. Wissenschaftler haben jedoch eine Möglichkeit gefunden, um dieses Hindernis zu umgehen.

Investments in Onkologie-Unternehmen geplant

Derzeit gibt es weltweit rund 140 Unternehmen mit mindestens einem Therapieprogramm auf Basis von CAR-T-Zellen. Darüber hinaus arbeiten viele Unternehmen im Labor und im Rahmen klinischer Studien gezielt an gebrauchsfertigen CAR-T-Zellen. Wir bei Candriam haben es uns zum Ziel gesetzt, die vielversprechendsten Entwicklungen zu fördern und planen, in die dynamischsten Unternehmen zu investieren, die im onkologischen Bereich tätig sind. Daher beobachten wir die technologischen Fortschritte in diesem Bereich sehr genau. Diese gründliche Analyse beinhaltet insbesondere eine sorgfältige Evaluierung innovativer Technologien und eine Einschätzung ihrer potenziellen Auswirkungen auf das Verhalten der Unternehmen, die sie entwickeln.