Mögliche Milliardenbewertung Oldenburgische Landesbank konkretisiert Börsenpläne

Stefan Barth, Vorstandschef bei der Oldenburgischen Landesbank

Stefan Barth, Vorstandschef bei der Oldenburgischen Landesbank: In einem Interview mit Bloomberg verrät der OLB-Chef die genauen Pläne der Privatbank für den Börsengang – oder etwaige Alternativen. Foto: Oldenburgische Landesbank

Im beschaulichen Oldenburg könnte es vielleicht schon zum kommenden Jahreswechsel eine milliardenschwere Aktiengesellschaft geben – jedenfalls hält Stefan Barth, Vorstandschef der Oldenburgischen Landesbank, solch ein Szenario für realistisch. In einem Bloomberg-Bericht (Bezahlschranke) bestätigt Barth Gespräche mit Investmentbanken und möglichen IPO-Begleitern in diesem Quartal, um die Idee eines Börsengangs voranzutreiben. Im Falle einer Börsennotierung hält er eine Bewertung von deutlich mehr als einer Milliarde Euro für möglich.

Als erstes mögliches Zeitfenster nennt Barth den November oder Dezember 2022, ein OLB-Börsengang im Frühjahr 2023 sei aber wahrscheinlicher – wenn es überhaupt zu dem Schritt kommen sollte. Denn auch Fusionen oder Übernahmen sowie Käufe von Kredit- oder Kunden-Portfolios seien denkbar und eine Alternative zum Börsengang. Zudem könnte es laut Barth, der seit Januar 2021 Chef der OLB ist, am deutschen Bankenmarkt eine Konsolidierung und zunehmend Investitionen aus dem Ausland geben.


Die Besitzer der Oldenburgischen Landesbank sind derzeit die Private-Equity-Investoren Apollo Global Management und Grovepoint sowie der US-Pensionsfonds Teacher Retirement System of Texas. Zu der Oldenburgischen Landesbank gehört auch das Bankhaus Neelmeyer, die als Privatbank Dienstleistungen im Bereich Vermögensverwaltungen anbietet. Im vergangenen Jahr waren die OLB insgesamt und auch das Bankhaus Neelmeyer wegen eines angestoßenen Stellenabbaus in die Schlagzeilen geraten. Einen zusätzlichen Stellenabbau im Private Banking und Wealth Management dementierte das Institut zwischenzeitlich, Ende dieses Jahres soll laut des Bloomberg-Berichts die Zahl der Mitarbeiter planmäßig auf 1.250 fallen. Ende Juni 2021 waren es demnach noch 1.760 Stellen.

Die Eigenkapitalrendite des Bankhauses solle laut Barths Aussagen künftig weiter steigen, die Cost-Income-Ratio fallen. Wachstumsfelder seien gewerbliche Immobilienfinanzierungen sowie Schiffsfinanzierungen und Kredite für europäische Top-Fußballvereine, die mit dem Geld Spielertransfers bezahlen.