Offene Immobilienfonds stehen weiter unter Druck: Neuesten Zahlen des Analysehauses Barkow Consulting zufolge verzeichneten die Fonds im November vergangenen Jahres zum 28. Mal in Folge Nettomittelabflüsse. Anleger zogen demnach 597 Millionen Euro ab, im Vormonat waren die Abflüsse mit 496 Millionen Euro noch etwas niedriger gewesen.
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Offene Immobilienfonds stehen weiter unter Druck: Neuesten Zahlen des Analysehauses Barkow Consulting zufolge verzeichneten die Fonds im November vergangenen Jahres zum 28. Mal in Folge Nettomittelabflüsse. Anleger zogen demnach 597 Millionen Euro ab, im Vormonat waren die Abflüsse mit 496 Millionen Euro noch etwas niedriger gewesen.
Zwar liegen die Abflüsse damit erneut unter dem Negativrekord aus dem Juli 2025 (minus 889 Millionen Euro). „Eine wirkliche Erholung des Sektors ist aber immer noch nicht erkennbar“, so die Analyse von Barkow Consulting.
Das zeigt auch der Blick auf die Gesamtbilanz der vergangenen Jahre: Seit August 2023 sind insgesamt 13,4 Milliarden Euro aus offenen Immobilienfonds abgeflossen – erstmals übersteigt die Zahl damit die Abflüsse der letzten großen Krise in den Jahren 2005 bis 2008. Damals flossen laut Barkow Consulting innerhalb von sieben Monaten 13,1 Milliarden Euro ab. Mit einem Gesamtvolumen von 91 Milliarden Euro war der Markt zu diesem Zeitpunkt noch deutlich kleiner als heute. Aktuellen Zahlen zufolge stecken noch etwa 120 Milliarden Euro in offenen Immobilienfonds.
Nach den Erfahrungen der Finanzkrise waren für die Fonds neue Regeln eingeführt worden, darunter eine Mindesthaltedauer und eine Kündigungsfrist von zwölf Monaten. Diese Fristen sollen plötzliche Liquiditätsengpässe bei den Anbietern vermeiden, wenn viele Anleger gleichzeitig an ihr Geld wollen. Experten kritisieren allerdings, dass die Kündigungsfrist auch mit einem Jahr noch knapp bemessen ist. Muss ein Fonds eine Immobilie verkaufen, um Anleger auszuzahlen, seien zwölf Monate dafür kaum ausreichend.
Erster Fonds seit der Finanzkrise friert Anlegergelder ein
Mit dem Wertgrund Wohnselect hat jüngst der erste Fonds seit der Finanzkrise Anlegergelder eingefroren und Rücknahmen gestoppt. Der Anbieter begründete den Schritt mit den aktuell längeren Verkaufsprozessen und den hohen Rückgaben, die für Wertgrund als kleinere Anbieter ohne eigenen Bankenvertrieb besonders herausfordernd seien.