Öl vs. erneuerbare Energien ESG-Strategien liegen ungebrochen im Trend

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Sollten die Ölpreise jedoch längere Zeit unter 30 US-Dollar pro Barrel bleiben, könnte es in der Tat zu einer gewissen Verlagerung der Nachfrage weg vom Erdgas und hin zum Öl kommen. Die Nachfrage nach Erdgas würde infolgedessen abnehmen. Zum jetzigen Zeitpunkt lässt sich hierzu allerdings noch keine Einschätzung geben.

Politik und Dialog unverzichtbar im Kampf gegen den Klimawandel

Die Energiewende ist in gleichem Maße eine politische Errungenschaft wie auch ein marktbestimmter Prozess. Erneuerbare Energieträger, die bei den Kosten mit fossilen Energieträgern mithalten können, stoßen bei Anlegern auf großes Kaufinteresse. Hinter der Energiewende steht aber nach wie vor ein starker politischer Wille. Die Corona-Krise führt eines deutlich vor Augen: Regierungen sind zur Ergreifung von Maßnahmen willens und in der Lage, wenn das Leben von Millionen von Menschen durch eine weltweite Bedrohung gefährdet ist. Der Klimawandel ist eine weitere weltweite Bedrohung: Er führt zu Bedingungen, in denen sich Krankheiten ausbreiten können, Lebensräume des Menschen zerstört werden und die Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln schwindet.

Im Kampf gegen den Klimawandel steht in Europa die Europäische Kommission an vorderster Linie. Sie finanziert Initiativen und erlässt neue Verordnungen. Ein Beispiel ist die Definition, was als umweltfreundliche Aktivität gelten kann – Öl und Kohle gehören dieser Kategorie definitiv nicht an.

CANDRIAM setzt sich als aktiver Anleger ein

Gleichzeitig wird diese Krise nicht das Ende der Ölförderungen bedeuten. Noch macht die Verfeuerung von Öl knapp ein Drittel des weltweiten Primärenergieverbrauchs aus. Anstatt Ölgesellschaften außer Acht zu lassen, besteht unsere Rolle als Investoren darin, Sorge dafür zu tragen, dass Ölgesellschaften ihre Bemühungen zur Reduzierung ihrer negativen Umweltbilanz verstärken und dass sie ihre enorme Bilanzstärke einsetzen, um die Energiewende zu unterstützen.

CANDRIAM unterstützt schon seit vielen Jahren Aktionärsbeschlüsse, mit denen Ölgesellschaften angehalten werden, die Vorgaben des Pariser Klimaabkommens in ihre strategische Planung einzubinden. Zudem haben wir uns direkt bei mehreren Ölgesellschaften dafür eingesetzt, dass sie Interessenvertretungen, die falsche Informationen über den Klimawandel verbreiten, ihre Unterstützung entziehen. Wir brauchen mehr Anleger und Stakeholder, die mit Ölgesellschaften in den Dialog treten, nicht weniger.