Lieber Herr Küssner, was sind Ihre Gedanken zu der Übernahme von Schroders durch die US-Gesellschaft Nuveen?
Achim Küssner: Es kommt ja nicht ganz überraschend. Seit dem Ableben von Baron Bruno von Schröder gab es immer Spekulationen, wie die Familie nun handeln wird und wie es weitergeht. Da sind typischerweise die Aussagen eines neuen Geschäftsführers (CEOs), wie „wir bleiben selbstständig“, eher als eine Aufforderung an den Markt, Angebote abzugeben, zu verstehen.
Die Spekulation ging nur in die Richtung, ob Schroders als Ganzes verkauft wird oder die Private-Asset-Einheit, Schroders Capital, abgespalten, verkauft oder getrennt gelistet wird. Ebenso das UK-lastige Wealth Business: Verbleibt es einzig in Familienbesitz oder wird es mit verkauft?
Wie bewerten Sie die Käuferseite?
Küssner: Auch die ist keine Überraschung. Viele große US-Player sind übermäßig in den USA positioniert. Die demografische Entwicklung und die Abwicklung der 401-K-Pläne stellt eine große Herausforderung dar. Der Aufbau eines Geschäftes außerhalb der USA, also vorwiegend Europa und Asien, ist kostspielig und dauert lange. Somit haben viele Asset Manager aus den USA den strategischen Druck zu diversifizieren.
Es hätte allerdings auch ein großes japanisches Haus oder ein japanischer Versicherer sein können, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Oder ein aggressiv expandierendes asiatisches oder chinesisches Haus. Ob das allerdings kulturell gepasst hätte und die Familie dort zugestimmt hätte, bleibt fraglich.
Daher ergibt dieser Deal bezüglich der geografischen und produkttechnischen Diversität durchaus Sinn.
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
Lieber Herr Küssner, was sind Ihre Gedanken zu der Übernahme von Schroders durch die US-Gesellschaft Nuveen?
Achim Küssner: Es kommt ja nicht ganz überraschend. Seit dem Ableben von Baron Bruno von Schröder gab es immer Spekulationen, wie die Familie nun handeln wird und wie es weitergeht. Da sind typischerweise die Aussagen eines neuen Geschäftsführers (CEOs), wie „wir bleiben selbstständig“, eher als eine Aufforderung an den Markt, Angebote abzugeben, zu verstehen.
Die Spekulation ging nur in die Richtung, ob Schroders als Ganzes verkauft wird oder die Private-Asset-Einheit, Schroders Capital, abgespalten, verkauft oder getrennt gelistet wird. Ebenso das UK-lastige Wealth Business: Verbleibt es einzig in Familienbesitz oder wird es mit verkauft?
Wie bewerten Sie die Käuferseite?
Küssner: Auch die ist keine Überraschung. Viele große US-Player sind übermäßig in den USA positioniert. Die demografische Entwicklung und die Abwicklung der 401-K-Pläne stellt eine große Herausforderung dar. Der Aufbau eines Geschäftes außerhalb der USA, also vorwiegend Europa und Asien, ist kostspielig und dauert lange. Somit haben viele Asset Manager aus den USA den strategischen Druck zu diversifizieren.
Es hätte allerdings auch ein großes japanisches Haus oder ein japanischer Versicherer sein können, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen. Oder ein aggressiv expandierendes asiatisches oder chinesisches Haus. Ob das allerdings kulturell gepasst hätte und die Familie dort zugestimmt hätte, bleibt fraglich.
Daher ergibt dieser Deal bezüglich der geografischen und produkttechnischen Diversität durchaus Sinn.
Was macht das mit Ihnen persönlich?
Küssner: Wenn man 16 Jahre das Geschäft für Schroders in einigen Ländern aufgebaut hat, dann identifiziert man sich mit der Firma und trägt auch Stolz. Die Brand soll ja scheinbar erhalten bleiben, aber etwas „vergeht“ immer. Es war schon schmerzhaft, als das Familienwappen als Firmenlogo vor einigen Jahren abgelöst wurde. Und jetzt wird die firmenspezifische Kultur sicherlich auch einer Veränderung unterliegen. In meinen 30 Jahren in der Branche habe ich nur für drei Firmen gearbeitet, aber einige Fusionen und Übernahmen erlebt. Der Stolz von Flemings, Mercury, Merrill Lynch ist aber immer geblieben. Da spreche ich auch für viele ehemalige Kollegen.