Für 63 Prozent der institutionellen Anleger ist künstliche Intelligenz der wichtigste Investmenttrend in den kommenden fünf Jahren. Es folgen die Energiewende mit 40 Prozent sowie die Deglobalisierung mit 36 Prozent. Das geht aus einer Studie von Nuveen hervor, die jährlich erscheint. Der Investmentmanager befragte 800 Pensionskassen, -fonds, Stiftungen und Zentralbanken, die ein Vermögen von 17 Billionen US-Dollar verwalten.
Der Stellenwert von KI in institutionellen Portfolios ist außergewöhnlich hoch. 96 Prozent der befragten Institutionen investieren bereits in KI-bezogene Anlagen. Drei Viertel der Anleger erwarten, dass KI in den nächsten zehn Jahren zu einer deutlichen Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktivität führen wird.
„Das Interesse an Cloud-Infrastruktur und Halbleitern ist nach wie vor groß, auch wenn Investoren gleichzeitig nach direkteren Engagements in Energieerzeugung und -übertragung suchen“, sagt Harriet Steel, globale Leiterin für das institutionelle Geschäft.
Die Investitionen konzentrieren sich nicht nur auf Software und Anwendungen, sondern vor allem auf die zugrunde liegende Infrastruktur. Kapital fließt in Cloud-Architekturen, Rechenleistung, Halbleiter und KI-Modelle – zunehmend aber auch in Energieerzeugung und -infrastruktur für KI-Zentren. 39 Prozent der KI-Investoren bewerten diesen Bereich sogar als die größte Investitionschance innerhalb des KI-Ökosystems.
Energiewende wird als Ertragsquelle geschätzt
64 Prozent der Befragten sind überzeugt, dass das erwartete starke Wachstum der globalen Energienachfrage die Investitionschancen in saubere Energien verbessert. Besonders bei sinn-orientierten Investoren zählen Energieinnovationen sowie Infrastrukturprojekte zu den bevorzugten Anlagefeldern. Investiert wird sowohl in börsennotierte Versorger mit beschleunigtem Gewinnwachstum als auch in private Infrastrukturprojekte, etwa in den Bereichen Erzeugung, Speicherung und Netzausbau.
Handelspolitische Spannungen, Zölle und geopolitische Risiken haben 2025 zu tiefgreifenden Anpassungen geführt. 91 Prozent der institutionellen Anleger nahmen infolgedessen Veränderungen an ihren Portfolios vor. Unter den Investoren, die regional umschichteten, erhöhte mehr als ein Drittel – 36 Prozent – sein Engagement in Europa.
Trotz der erhöhten Unsicherheit sehen 74 Prozent der Befragten im Jahr 2025 mehr Aufwärts- als Abwärtspotenzial für ihre Portfolios. Gleichzeitig gehen 44 Prozent davon aus, dass die außergewöhnlichen Handels- und Zollmaßnahmen langfristige Auswirkungen auf ihre Anlagestrategie haben werden. 48 Prozent erwarten zudem, dass die Dominanz des US-Kapitalmarktes in den kommenden zehn Jahren abnimmt.
Sinkende Zinsen und Private Markets
Die Einschätzungen zur weiteren Zinsentwicklung fallen heterogen aus. 47 Prozent der Investoren rechnen mit schrittweisen und stetigen Zinssenkungen durch die US-Notenbank, die den Märkten Rückenwind verleihen könnten. 32 Prozent erwarten hingegen unregelmäßige oder schwer vorhersehbare Zinsschritte, die zu erhöhter Volatilität führen. Weitere 12 Prozent gehen von verzögerten oder ausgesetzten Zinssenkungen aufgrund erneut steigender Inflation aus, während 8 Prozent beschleunigte Senkungen infolge einer stärkeren Konjunkturabkühlung erwarten.
Private Märkte gewinnen weiter an Bedeutung. 81 Prozent der institutionellen Anleger planen, ihre Allokationen in private Märkte in den nächsten fünf Jahren zu erhöhen. Mehr als die Hälfte will den Anteil privater Anlagen um fünf bis 15 Prozentpunkte ausbauen.
Alternative Anlagen werden zunehmend beliebter
Besonders gefragt sind private Infrastruktur, Private Credit und Private Equity. Neben höheren Renditeerwartungen spielt die Diversifikation eine zentrale Rolle. 46 Prozent der Befragten sehen eine stärkere Streuung innerhalb ihrer alternativen Kreditallokationen in den nächsten fünf Jahren als oberste Priorität.
Nuveen ist der Vermögensverwalter der amerikanischen Teachers Insurance and Annuity
Association (TIAA), verwaltet 1,4 Billionen US-Dollar (Stand 30. September 2025) und ist in rund 30 Ländern tätig.