Der norwegische Staatsfonds erzielte im ersten Halbjahr 2026 eine Rendite von 9,4 Prozent. Der Buchgewinn von 1.753 Milliarden Kronen (160 Milliarden Euro) ist nach Angaben von Norges Bank Investment Management der höchste Halbjahresgewinn in Kronen, den der Fonds je erzielt hat. Der Fondswert stieg um 1.416 Milliarden auf 22.683 Milliarden Kronen (2.066 Milliarden Euro). Die Rendite lag 0,22 Prozentpunkte über dem Referenzindex des Finanzministeriums.
„Das Ergebnis ist von guten Renditen am Aktienmarkt getrieben, besonders von asiatischen Technologieaktien“, sagt Nicolai Tangen, Vorstandschef von Norges Bank Investment Management.
Bemerkenswert ist, wie ungleich sich dieses Halbjahr verteilt. Im ersten Quartal verlor der Fonds 1,89 Prozent, was einem Buchverlust von 636 Milliarden Kronen (58 Milliarden Euro) entspricht. Im zweiten Quartal folgte ein Plus von 11,54 Prozent. Bei den Aktien liegen die Quartale noch weiter auseinander: erst minus 2,61 Prozent, dann plus 15,98 Prozent. Auslöser des Rückgangs im ersten Quartal waren fallende Technologieaktien und geopolitische Spannungen.
Speicher schlägt Software
Den größten Beitrag lieferte der Technologiesektor: 1.065 Milliarden Kronen (97 Milliarden Euro), mehr als alle übrigen Sektoren zusammen.
Zyklischer Konsum ist der einzige Sektor mit negativem Beitrag. Bei 11,3 Prozent Anteil am Aktienportfolio ist er der drittgrößte Sektor des Fonds. Prozentual verschiebt sich die Reihenfolge: Telekommunikation führt mit 42,9 Prozent Rendite, hat aber nur 3,8 Prozent Anteil. Technologie kommt bei 32,2 Prozent Anteil auf 25,3 Prozent – daher der Abstand in absoluten Zahlen.
Der Technologiesektor lässt sich dabei zweigeteilt betrachten. Nach der Sektorenaufteilung des FTSE Global All Cap, die der Fonds in seiner Präsentation zeigt, gewann das Segment Technologie-Hardware und -Ausrüstung im Halbjahr rund 60 Prozent. Software und Computerdienste verloren rund 25 Prozent. Wer über „Technologie“ als Renditetreiber spricht, meint also Halbleiter und Fertigungsanlagen. Auf der Pressekonferenz brachte Tangen das auf drei Worte: „Chips, Chips, Chips“, sagte er vor einer Tafel mit den besten Einzeltiteln des Portfolios.
Nvidia liegt auf Platz 9
Die Liste der zehn größten Einzelbeiträge zum absoluten Ergebnis führt Samsung Electronics mit 138 Milliarden Kronen an. Nvidia ist mit einem Anteil von 1,28 Prozent und einem Wert von 62 Milliarden Dollar die wertvollste Einzelposition des Fonds – aber mit 46 Milliarden Kronen (4 Milliarden Euro) nur der neuntgrößte Ertragsbringer des Halbjahres. Sechs der zehn größten Beiträge stammen aus Speicherchips und Halbleiterfertigung: Samsung, SK Hynix, Micron, ASML, Lam Research und Intel. Vier der zehn Titel sind in Asien notiert.
Asien liefert die Rendite, Nordamerika das Gewicht
Bei den Regionen fällt der Unterschied zwischen Rendite und Anteil am Aktienportfolio noch größer aus. Asien und Ozeanien erzielten 31,3 Prozent Rendite, die Schwellenländer 12,6 Prozent, Nordamerika 10,8 Prozent und Europa 8,4 Prozent. Der Fonds hat seine Rendite also dort verdient, wo er am wenigsten investiert ist: Asien und Ozeanien machen 12,9 Prozent des Aktienportfolios aus, Nordamerika 57 Prozent.
Erstmals mit SpaceX im Depot
Die Beteiligungsliste zum 30. Juni umfasst 10.384 Einzelanlagen in 67 Ländern. Auf den ersten Plätzen stehen Nvidia, Apple, Alphabet, Microsoft und TSMC, jeweils mit gut einem Prozent Anteil am Unternehmen.
Neu ist ein Name weiter unten. Erstmals weist der Fonds eine Beteiligung an SpaceX aus: 0,05 Prozent im Wert von 1,22 Milliarden Dollar. Die Position umfasst rund 7,3 Millionen A-Aktien; das Raumfahrtunternehmen ging im Juni zu 135 Dollar je Aktie an die Börse. Damit hält der Fonds Anteile an beiden börsennotierten Unternehmen von Elon Musk; die Tesla-Position war zum Halbjahresende rund 15,7 Milliarden Dollar wert. In seiner Präsentation nennt der Fonds neben SpaceX auch Anthropic und OpenAI als Börsenkandidaten, auf die er sich einstellt.
Renten und Sachwerte bremsen
Die Rentenanlagen tragen ein Viertel des Fonds und lieferten 0,88 Prozent. Staatsanleihen, mit 54,9 Prozent die größte Gruppe im Rentenportfolio, brachten 0,5 Prozent. Die drei größten Positionen kommen aus den USA, Japan und Deutschland.
Bei den Ratings verschiebt sich die Struktur: Der Anteil der mit AAA bewerteten Anleihen sank von 20,6 auf 20,2 Prozent, was der Bericht überwiegend auf abgebaute deutsche Staatsanleihen zurückführt.
Bei Immobilien klaffen börsennotierte und ungelistete Anlagen auseinander: 9,8 gegen 3,0 Prozent. Von diesen 3,0 Prozentpunkten stammen 2,2 aus Mieteinnahmen und nur 0,9 aus Wertsteigerungen; als Treiber nennt der Bericht US-Büro- und Logistikobjekte. Die Infrastruktur für erneuerbare Energien schloss mit minus 0,19 Prozent ab – Einnahmen aus Stromverkäufen trugen positiv bei, Währungseffekte negativ.
Gerechnet in norwegischen Kronen fiel die Rendite mit 6,19 Prozent niedriger aus, weil die Krone im Halbjahr gegenüber allen wichtigen Währungen zulegte.