NN (L) Global Convertible Opportunities Aktienrenditen mit Anleiheschutz

Alcatel Lucent: Das französische Telekommunikationsunternehmen ist aktuell die zweitgrößte Position im NN (L) Global Convertible Opportunities. | © Bloomberg

Alcatel Lucent: Das französische Telekommunikationsunternehmen ist aktuell die zweitgrößte Position im NN (L) Global Convertible Opportunities. Foto: Bloomberg

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"Wandelanleihen haben für Anleger zwei entscheidende Vorteile: Sie bringen aktienähnliche Renditen bei nur halber Volatilität und sie haben ein asymmetrisches Chance- Risiko-Profil“, erklärt Pierre Lepicard, Client-Portfoliomanager des Wandelanleihefonds NN (L) Global Convertible Opportunities von NN Investment Partners. Die Asymmetrie basiert auf einer einzigartigen Eigenschaft von Wandelanleihen: Ihr Kurs steigt mit, wenn der Wert der zugrunde liegenden Aktie zulegt. Er fällt in einer Abwärtsbewegung aber nur begrenzt mit, weil jede Wandelanleihe stets auch einen nominalen Rückzahlungsbetrag hat. Eine Option, die für klassische Bankkunden und für institutionelle Anleger wichtig sei, so Lepicard.

Damit diese Rechnung aufgeht, kombiniert das dreiköpfige Fondsmanagement-Team, bestehend aus Teamleiter Tarek Saber und den Analysten Jasper van Ingen und Ivan Nikolov, Unternehmensanalysen mit genereller Marktanalyse. Das Team schaut im ersten Schritt, welche Emittenten unter anderem aufgrund ihrer Finanzkraft, Wettbewerbsposition und Unternehmensführung kreditwürdig sind. „Unser Ansatz zeigt, wie zyklisch die Cashflows der Unternehmen sind“, so Lepicard. „Wir wollen herausfinden, wie gut ein Unternehmen einem Abschwung standhalten kann.“ Gibt es auch nur den leisesten Verdacht, dass ein Unternehmen seine Schulden nicht zurückzahlen kann, wird die Anleihe verkauft. Offizielle Ratings spielen dabei keine Rolle. Die Kreditüberwachung findet fortlaufend statt, schließlich können Marktereignisse, Unternehmensnachrichten und Quartalsberichte die Einschätzung ändern.

Im zweiten Schritt definiert das Team Anlagethemen, die für steigende Aktienkurse sorgen sollten. Anschließend sucht es geeignete Wandelanleihen, um von diesen Themen zu profitieren. Die einzelnen Positionen gewichtet es nach den Faktoren: Vertrauen in die Aktie, Liquidität und Konvexität der Wandelanleihe. Letztere beinhaltet, wie stark die Wandelanleihe dem Kursverlauf der Aktie nach oben folgt und wie weit sie unter Umständen mit nach unten fällt. „Wir bevorzugen Papiere mit gut ausbalancierten Aktien- und Anleihe-Eigenschaften“, stellt Lepicard fest. Geografisch ist der Fonds in den entwickelten Märkten, also Europa, USA und Japan, zu Hause. In den Schwellenländern findet das Team kaum Unternehmen, die den eigenen Auswahlkriterien entsprechen. Auf Sektoren legt es sich nicht fest. „Die Investmentkriterien basieren eher auf bestimmten Themen. Und für jedes Thema finden wir eine Gruppe Unternehmen mit ähnlichen Werttreibern“, erklärt Lepicard.

Auf diese Weise haben die Fondsmanager jüngst den niederländischen Düngemittelhersteller OCI entdeckt. Lepicard: „Für das Unternehmen spricht unter anderem die Fusion mit dem amerikanischen Konkurrenten CF Industries. Dadurch hat es eine starke Marktposition erhalten.“ Verkauft hat das Team hingegen die Wandelanleihe von Yahoo. Zwar sei der Internetpionier nach wie vor sehr liquide, betont Lepicard. Dennoch lohne sich das Halten nicht, denn der Aktienwert liege mittlerweile unter der Zinsprämie der Anleihe.

Wenn Saber, van Ingen und Nikolov sich für ein Investment entscheiden, dann bleibt es für ein bis drei Jahre im Portfolio. Es sei denn, Zahlen oder Bedingungen des Unternehmens verschlechtern sich stark.



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