private banking magazin: Frau Somaiya, Frau Urseanu – Goldman Sachs vereint Investmentbanking, Asset Management und Private Wealth und konzentriert sich im Wealth Management auf Kunden mit einem Vermögen von mindestens 10 Millionen US-Dollar. Die J.P. Morgan Private Bank verfolgt dasselbe Modell mit ähnlicher Größe und Reichweite. Was ist der konkrete Unterschied – nicht auf dem Papier, sondern in der täglichen Realität Ihrer Kunden? Und können Sie ein konkretes Beispiel nennen, bei dem diese Integration für einen deutschen Kunden einen messbaren Unterschied gemacht hat?
Nishi Somaiya: Der Unterschied beginnt beim Kundensegment. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf das Ultra-High-Net-Worth-Segment, also Klienten mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 10 Millionen US-Dollar. Unser Betreuungsverhältnis von Beratern zu Kunden liegt bei etwa 25 zu 1. So können wir ein wirklich maßgeschneidertes Modell liefern. Zum „One Goldman Sachs"-Ethos: Unsere Klienten erhalten Zugang zu Co-Investment-Möglichkeiten, die normalerweise institutionellen Kunden vorbehalten sind – dieselben Private-Equity-, Growth-Equity-, Credit- und Immobilien-Deals, in die Goldman Sachs selbst investiert. Für sehr aktive Family Offices können wir zudem strukturierte Produkte, komplexe Absicherungsstrategien und anspruchsvolle Derivate aus unserem Sales- und Trading-Bereich bereitstellen.
Nadine Urseanu: Bei Goldman Sachs betreut ein Berater den Klienten ganzheitlich und macht die gesamte Bank zugänglich. Beispielsweise verwalte ich für den deutschen Tech-Sektor nicht nur das Vermögen meiner Kunden – ich vernetze sie aktiv mit Kollegen aus dem Investmentbanking, der Finanzierung und relevanten externen Stakeholdern, was für sie einen Mehrwert darstellt.
Ein Betreuungsverhältnis von 25:1 klingt nach einem erheblichen Kostenfaktor. Wie schlägt sich das in Ihren Gebührenstrukturen nieder – und wie rechtfertigen Sie das gegenüber Kunden, die dieselben Produkte anderswo kostengünstiger erhalten könnten?
Somaiya: Unsere Gebühren sind wettbewerbsfähig. Wenn Sie unser Berater-zu-Kunden-Verhältnis betrachten, sehen Sie nicht nur einen Kostenfaktor. Sie sehen das Fundament unseres Wertversprechens. Unsere Klienten bezahlen für einen Partner, der die immense Komplexität von Millionen-Dollar-Portfolios mit derselben Gründlichkeit, denselben Ressourcen und demselben Zugang verwaltet wie eine Multi-Milliarden-Dollar-Institution. Unsere Berater werden zudem von Experten aus den Bereichen Investmentstrategie bei der strategischen und taktischen Asset Allokation unterstützt oder von unserem Family-Office-Team bei Themen wie Nachlassplanung oder Philanthropie.
Der deutsche Tech- und Gründermarkt hat sich in den letzten fünf Jahren erheblich entwickelt – mehr Exits, mehr Liquiditätsereignisse, mehr wohlhabende Gründer. Wie hat sich Ihr Ansatz in diesem Segment entwickelt, wo sehen Sie ungenutztes Potenzial – und wie unterscheidet sich die Beratung eines Tech-Gründers nach einem 30 Millionen Euro Exit von der eines traditionellen Mittelstandsunternehmers?
Urseanu: Als Unternehmen ist es unser Ziel, diesen Klienten frühzeitig einen Mehrwert zu bieten – von der Vermittlung erster Branchenkontakte über Wachstumsfinanzierungen bis hin zur Beratung in Sondersituationen und schließlich dem persönlichen Vermögensmanagement. Wir agieren heute nicht mehr nur als Investmentmanager, sondern als strategische Partner, die Unternehmer von A bis Z unterstützen. Das ist sehr vergleichbar mit unserer Arbeit für traditionelle Mittelstandskunden. Wo sich diese Klienten manchmal unterscheiden, sind ihre Anlagepräferenzen. Gründer sind oft eher bereit, Risiken einzugehen, und fokussieren sich stärker auf disruptive Themen wie KI.
Dieser Artikel richtet sich ausschließlich an professionelle Investoren. Bitte melden Sie sich daher einmal kurz an und machen einige berufliche Angaben. Geht ganz schnell und ist selbstverständlich kostenlos.
private banking magazin: Frau Somaiya, Frau Urseanu – Goldman Sachs vereint Investmentbanking, Asset Management und Private Wealth und konzentriert sich im Wealth Management auf Kunden mit einem Vermögen von mindestens 10 Millionen US-Dollar. Die J.P. Morgan Private Bank verfolgt dasselbe Modell mit ähnlicher Größe und Reichweite. Was ist der konkrete Unterschied – nicht auf dem Papier, sondern in der täglichen Realität Ihrer Kunden? Und können Sie ein konkretes Beispiel nennen, bei dem diese Integration für einen deutschen Kunden einen messbaren Unterschied gemacht hat?
Nishi Somaiya: Der Unterschied beginnt beim Kundensegment. Wir konzentrieren uns ausschließlich auf das Ultra-High-Net-Worth-Segment, also Klienten mit einem investierbaren Vermögen von mindestens 10 Millionen US-Dollar. Unser Betreuungsverhältnis von Beratern zu Kunden liegt bei etwa 25 zu 1. So können wir ein wirklich maßgeschneidertes Modell liefern. Zum „One Goldman Sachs"-Ethos: Unsere Klienten erhalten Zugang zu Co-Investment-Möglichkeiten, die normalerweise institutionellen Kunden vorbehalten sind – dieselben Private-Equity-, Growth-Equity-, Credit- und Immobilien-Deals, in die Goldman Sachs selbst investiert. Für sehr aktive Family Offices können wir zudem strukturierte Produkte, komplexe Absicherungsstrategien und anspruchsvolle Derivate aus unserem Sales- und Trading-Bereich bereitstellen.
Nadine Urseanu: Bei Goldman Sachs betreut ein Berater den Klienten ganzheitlich und macht die gesamte Bank zugänglich. Beispielsweise verwalte ich für den deutschen Tech-Sektor nicht nur das Vermögen meiner Kunden – ich vernetze sie aktiv mit Kollegen aus dem Investmentbanking, der Finanzierung und relevanten externen Stakeholdern, was für sie einen Mehrwert darstellt.
Ein Betreuungsverhältnis von 25:1 klingt nach einem erheblichen Kostenfaktor. Wie schlägt sich das in Ihren Gebührenstrukturen nieder – und wie rechtfertigen Sie das gegenüber Kunden, die dieselben Produkte anderswo kostengünstiger erhalten könnten?
Somaiya: Unsere Gebühren sind wettbewerbsfähig. Wenn Sie unser Berater-zu-Kunden-Verhältnis betrachten, sehen Sie nicht nur einen Kostenfaktor. Sie sehen das Fundament unseres Wertversprechens. Unsere Klienten bezahlen für einen Partner, der die immense Komplexität von Millionen-Dollar-Portfolios mit derselben Gründlichkeit, denselben Ressourcen und demselben Zugang verwaltet wie eine Multi-Milliarden-Dollar-Institution. Unsere Berater werden zudem von Experten aus den Bereichen Investmentstrategie bei der strategischen und taktischen Asset Allokation unterstützt oder von unserem Family-Office-Team bei Themen wie Nachlassplanung oder Philanthropie.
Der deutsche Tech- und Gründermarkt hat sich in den letzten fünf Jahren erheblich entwickelt – mehr Exits, mehr Liquiditätsereignisse, mehr wohlhabende Gründer. Wie hat sich Ihr Ansatz in diesem Segment entwickelt, wo sehen Sie ungenutztes Potenzial – und wie unterscheidet sich die Beratung eines Tech-Gründers nach einem 30 Millionen Euro Exit von der eines traditionellen Mittelstandsunternehmers?
Urseanu: Als Unternehmen ist es unser Ziel, diesen Klienten frühzeitig einen Mehrwert zu bieten – von der Vermittlung erster Branchenkontakte über Wachstumsfinanzierungen bis hin zur Beratung in Sondersituationen und schließlich dem persönlichen Vermögensmanagement. Wir agieren heute nicht mehr nur als Investmentmanager, sondern als strategische Partner, die Unternehmer von A bis Z unterstützen. Das ist sehr vergleichbar mit unserer Arbeit für traditionelle Mittelstandskunden. Wo sich diese Klienten manchmal unterscheiden, sind ihre Anlagepräferenzen. Gründer sind oft eher bereit, Risiken einzugehen, und fokussieren sich stärker auf disruptive Themen wie KI.
Somaiya: Gründer verfügen oft noch nicht über investierbare Vermögenswerte – sie reinvestieren alles in ihr Unternehmen. Deshalb spielt die Kreditvergabe hier eine große Rolle: Wie können wir ihnen über unsere Plattform helfen? Ebenso wichtig ist die Aufklärung: Wie sieht ein Liquiditätsereignis eigentlich aus? Was sind die Konsequenzen, wenn man CEO eines börsennotierten Unternehmens bleibt, im Hinblick darauf, wann man Aktien verkaufen oder halten darf? Gründer auf dieser gesamten Strecke zu begleiten – insbesondere Erstunternehmer – ist entscheidend. Wir helfen ihnen, konzentriertes Vermögen in diversifizierte Portfolios auf institutionellem Niveau zu überführen.
Frau Somaiya, der „One Goldman Sachs"-Ansatz ist Ihr zentrales Differenzierungsmerkmal – aber er wirft eine unangenehme Frage auf: Ein Kunde, der Goldman Sachs als Investmentbank für einen Exit mandatiert hat, wird sich danach fragen, ob die Empfehlung, sein Vermögen im selben Haus verwalten zu lassen, wirklich in seinem Interesse liegt. Wie transparent kommunizieren Sie diesen Interessenkonflikt gegenüber Ihren Kunden?
Somaiya: Ich würde es nicht als Interessenkonflikt bezeichnen – es ist ein Mehrwert. Unsere gesamte Philosophie baut auf langfristigen Beziehungen auf. Die Geschäftsbereiche sind klar getrennt, mit strengen Grenzen für den Informationsaustausch. Unsere Banking-Kollegen können einen Kontakt herstellen. Der Kunde entscheidet. Und auf der Wealth-Seite haben wir eine treuhänderische Verantwortung für die persönlichen Interessen des Einzelnen. Was wir vermitteln wollen, ist: Wenn ein Kunde eine exzellente Erfahrung im Investmentbanking gemacht hat, kann er die gleiche Qualität und das gleiche Engagement im Wealth Management erwarten.