Übernahme im Softwaremarkt Niiio Finance will mit Zukauf institutionelle Investoren als Kunden gewinnen

Johann Horch, Chef von Niiio Finance

Johann Horch, Chef von Niiio Finance: Der Niiio-Chef möchte der Übernahme eines Softwareanbieters noch weitere Zukäufe folgen lassen. Foto: Niiio Finance

Niiio Finance übernimmt ab Januar zu 100 Prozent Patronas Financial Systems. Das Freiburger Unternehmen bietet im Kernprodukt Patronas Opus eine Software für das Portfolio-, Order- und Risikomanagement im institutionellen Wertpapiergeschäft an. Der Kaufpreis für Patronus wird vollständig mit 6,5 Millionen neuen Niiio-Aktien zu einem Kurs von 1,54 Euro bezahlt, die im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung ausgegeben werden.

Für Niiio Finance, das bisher vor allem Software-as-a-Service-Lösungen für das Asset- und Wealth-Management-Plattform geliefert hat, sind die institutionellen Investoren eine neue Kundengruppe. So stellt Patronas etwa die zentrale Software für das Portfolio Management, den elektronischen Wertpapierhandel sowie Investment Compliance und Reporting für diverse europäische Vermögensverwalter und Kapitalverwaltungsgesellschaften zur Verfügung. Der Markenname der Software bleibt deshalb erhalten, genauso bleiben die beiden Gründer als Geschäftsführer dabei und verantworten den Bereich des institutionellen Asset Managements in der Gruppe.


„Damit erweitern wir unser Lösungsangebot und unser Kundenspektrum deutlich. Und wir zeigen, wie wir die Mission der europäischen Software-as-a-Service-Plattform für das Asset Management tatsächlich Schritt für Schritt realisieren können“, erklärt Johann Horch, Geschäftsführer von Niiio Finance. Weitere Übernahmen seien geplant, Gespräche führe Niiio Finance derzeit mit über zehn Übernahmekandidaten aus dem zersplitterten Finanzsoftwaremarkt. Mittelfristig plant Niiio Finance die Expansion in Auslandsmärkte wie Österreich, Schweiz, Frankreich, die Benelux-Staaten oder etwa Großbritannien.

Das Unternehmen hat ambitionierte Ziele. Das Wachstum soll zwischen 2022 und 2026 organisch und anorganisch durchschnittlich 100 Prozent jährlich betragen, befeuert durch einfach integrierbare Cloud-Modelle und eine bereits angestoßene Blockchain-Transformation der Software. Die Übernahme helfe dabei, die Zielgruppen und die Wertschöpfungskette zu erweitern, um möglichst viele Asset Manager, Banken und Vermögensverwalter auf die Plattform zu holen. Langfristig will Niiio-Chef Horch die gesamte Infrastruktur für die Emission und Verwahrung von Wertpapieren anbieten.