Podcast 500 Kilometer durch die Wüste, M&A in Essen: Was Nicki Lange antreibt

Nicki Lange spricht im Podcast über M&A-Deals und Ultramarathon-Läufe

Nicki Lange spricht im Podcast über M&A-Deals und Ultramarathon-Läufe Bildquelle: Edelstoff Media

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500 Kilometer von Los Angeles nach Las Vegas, vier Tage, kaum Schlaf. Nicki Lange läuft solche Strecken nicht trotz seines Jobs als Investmentbanker – sondern, wie er sagt, genau deswegen. Wer in der Atacama-Wüste ohne Wasser die Ruhe bewahren muss, lernt etwas über Drucksituationen, das sich im Dealroom kaum simulieren lässt.

Sein Großvater gründete ein Logistikunternehmen im zerstörten Ruhrgebiet. Der Vater führte es fort. Die dritte Generation hat es verkauft – und sich dann gefragt, was als Nächstes kommt. Für Nicki Lange war die Antwort überraschend klar: kein Wegzug nach Frankfurt oder Berlin, sondern zurück nach Essen.

 

Das ist ungewöhnlich. Die deutschen Finanz- und Beratungszentren heißen München, Hamburg, Köln, Frankfurt. Essen taucht in diesen Listen selten auf. Lange sieht darin keinen Nachteil, sondern ein Alleinstellungsmerkmal. „Ob ich in München ein Büro habe, in Frankfurt oder am Ende des Tages in Essen – das spielt, glaube ich, keine Rolle.“ Was er meint: Investment Banking ist ein People-Business. Netzwerk schlägt Postleitzahl.

Seine Boutique Avalon berät mittelständische Unternehmen bei Transaktionen zwischen 10 und 200 Millionen Euro Unternehmenswert – der typische Korridor liegt bei 25 bis 75 Millionen. Sektorfokus: Konsumgüter, Healthcare, Medien, Technologie. Das klingt nach klassischer M&A-Beratung.

Was Lange vom Standard abhebt, ist sein Blickwinkel: Während viele Investoren das nächste Food-Startup suchen, interessiert ihn der Mittelstand mit Nachfolgeproblem. Deutschland hat davon bekanntlich eine beachtliche Menge – Schätzungen zufolge suchen in den kommenden Jahren Zehntausende Unternehmer nach einem Käufer oder Nachfolger.

„Ich greife tatsächlich Mandanten über Instagram ab“ 

Mandanten findet er auch auf Instagram. Lange ist Ultramarathonläufer – und lebt das nicht nur privat, sondern bespielt es aktiv als Content Creator. Durch die Atacama-Wüste, durch die Sahara, rund um den Mont Blanc. Das schafft Sichtbarkeit in Kreisen, in denen klassische Banker unsichtbar bleiben: Supplement-Marken, Sportausrüster, kulturaffine Gründer. „Ich greife tatsächlich Mandanten über Instagram ab“, sagt er ohne Umschweife.

 

Die Geschichte, die er am häufigsten selbst erzählt, handelt nicht von einem Deal, sondern von einem Lauf: dem Ultra-Trail du Mont Blanc. Zweimal angetreten, zweimal gescheitert. Dann acht Jahre gewartet. Beim dritten Anlauf: Ziel erreicht. Die Analogie zu Unternehmertum liegt nahe – und Lange zieht sie auch.

Was das mit dem Verkauf des Familienunternehmens zu tun hat, wie er den Spagat zwischen ererbtem Vermögen und eigenem Anspruch meistert und warum er überzeugt ist, dass das Ruhrgebiet mehr Investment-Potenzial hat, als die Branche denkt, darüber spricht Nicki Lange im Podcast.

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