Steigende Nachfrage in der Batterieindustrie Nickel entwickelt sich zum Hightech-Rohstoff der Elektromobilität

Der Preis für Nickel wird wieder steigen: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas.

Der Preis für Nickel wird wieder steigen: Kemal Bagci, ETC-Experte von BNP Paribas.

Der Handelsstreit zwischen den USA und China scheint sich weiter zu verhärten. Marktbeobachter gehen jedoch bislang nicht davon aus, dass dies gravierende Auswirkungen auf die Weltkonjunktur haben wird. Darin dürfte auch der Grund zu sehen sein, warum sich der Nickelpreis vergleichsweise gut gehalten hat. Immerhin hängen 73 Prozent der Nachfrage nach dem Metall von der Stahlindustrie ab.

Der mit Abstand wichtigste Stahlproduzent ist wiederum China. Für das laufende Jahr wird erwartet, dass rund 1,23 Millionen Tonnen aus dem Reich der Mitte stammen werden. Zum Vergleich: Die weltweite Gesamtnachfrage wird auf 2,2 Millionen Tonnen geschätzt. Doch bald dürfte Nickel nicht mehr nur als wichtige Komponente hochwertigen Stahls wahrgenommen werden, sondern auch als Hightech-Rohstoff.

Nickel wird mehr und mehr für den Bau von Akkumulatoren für Elektrogeräte und insbesondere die Elektromobilität benötigt. 2017 wurden zwar erst rund 107 Tonnen Nickel für Batteriezwecke genutzt. Mit steigenden Verkaufszahlen bei Elektrofahrzeugen dürfte sich dies jedoch schnell ändern. Zudem hat der Elektroautobauer Tesla jüngst bekanntgegeben, mit Partnern an einer neuen Batteriegeneration zu arbeiten. Dabei soll das teuere Kobalt durch Nickel ersetzt werden. Bis zum Jahr 2025 könnte daher der Anteil der Batterieindustrie an der gesamten Nickelnachfrage auf 40 Prozent steigen, so eine Prognose von McKinsey. Den Nickelpreis dürfte diese Entwicklung langfristig unterstützen.

Der Lagerabbau an der London Metal Exchange (LME) um rund 134.500 Tonnen gegenüber dem Jahresanfang zeigt, dass bereits jetzt das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt hält. Kommen Produktionsausfälle hinzu – aktuell verhängen die Philippinen weitere Bergbauverbote–, würde dies dem Nickelpreis erhebliches Aufwärtspotenzial verleihen.

Investoren, für die Nickel in Betracht kommt, können über Exchange Traded Commodities (ETCs) vergleichsweise einfach in das Metall investieren. Da sich der Nickelmarkt aktuell in einer Contango-Situation befindet, der Kassapreis liegt unter dem Terminpreis, sind rolloptimierte ETCs zu bevorzugen, um die Rendite zu optimieren.