Sachwerte Nichts ist für die Ewigkeit - Der tiefe Fall der Goldaktien

Susanne Woda

Susanne Woda

Jahrelang kannte der Goldpreis nur eine Richtung: nach oben. Der jüngste Preisverfall schockte nicht nur die Anleger, auch Minenbetreiber kommen nun in Bedrängnis, da der aktuelle Preis gerade die Förderkosten deckt.

In diesem Umfeld lohnt sich ein Blick auf die Goldminenproduzenten. Die Kurse sind ausnahmslos ausgebombt und versprechen antizyklischen Investoren mit langfristigem Anlagehorizont einen Einstieg auf attraktivem Niveau. Die Nachfrage nach Gold ist ungebrochen, vor allem mit Blick auf die jüngsten Goldimporte Chinas. Die drohende Verknappung des Angebots wirkt langfristig stützend.

Dass die nachfragegetriebene Gold-Rallye nicht ewig weitergehen konnte, schien vielen Beobachtern klar. Es liegt auf der Hand, dass sich der Preis eines Gutes nach der Nachfrage richtet, also danach was Käufer bereit sind dafür zu zahlen. Die durch die Finanzkrise ausgelöste Flucht in Sicherheit hat nachgelassen und damit scheint eine schlüssige Erklärung für die Kurseinbrüche beim Gold gefunden zu sein.

Doch auch der Verfall des Edelmetalls wird sich nicht ewig fortsetzen. Denn viele Goldproduzenten gelangen beim aktuellen Preis an ihre Profitabilitätsgrenze und müssten bei einem dauerhaften Preisniveau unter 1.200 US-Dollar unrentable Produktionsstätten stilllegen und kostenintensive Projekte einstellen. Dies ist kein Schutz vor spekulativen Übertreibungen, doch stellt diese Angebotsverknappung ein Auffangnetz dar.

Trifft vorherige Nachfrage auf ein geringeres Angebot, steigt der Preis. Und die Nachfrage ist, insbesondere durch die Notenbanken der Schwellenländer, ungebrochen. Allein im Juni importierte China über 100 Tonnen Gold, es ranken sich bereits erste Spekulationen um einen neuen Goldstandard auf Basis des Yuan.

Kurz- bis mittelfristig sorgt das aktuelle Goldpreisniveau insbesondere bei den Goldminenaktien für massive Turbulenzen. Titel wie Barrick Gold haben von ihren Höchstständen im Jahr 2012 fast 70 Prozent verloren. Schuld an der Preissensibilität sind die enormen Produktionskosten, die auch wegen der gestiegenen der Energiekosten so hoch sind wie nie zuvor.

Überdies wird es immer komplizierter und damit teurer, vorhandene Vorkommen zu fördern. Aufgrund des in den vergangenen Jahren komfortablen Preisniveaus haben es viele Unternehmen versäumt, die Kosten zu regulieren und es ist nicht auszuschließen, dass einige von Ihnen nun auf der Strecke bleiben.

Aber nicht jedes Unternehmen produziert unrentabel, trotzdem werden alle über einen Kamm geschoren. Wer jetzt einsteigt, muss gute Nerven mitbringen, denn die Spreu muss sich erst noch vom Weizen trennen. Diese Übergangsphase kann immer wieder mit Kursrückschlägen einhergehen.

Dennoch: Viele Minenwerte sind aktuell übertrieben niedrig bewertet und werden sich langfristig am Markt durchsetzen. Und mit steigendem Goldpreis, bieten sie einen Hebel auf den Goldpreis, denn die die Gewinne der Unternehmen steigen ab dem Break Even überproportional an.

Wer Kursschwankungen nicht scheut, für den bietet sich Aufbau einer Einstiegsposition derzeit an. Einzelinvestments sind für Privatanleger nicht zu empfehlen, breit gestreute Investments in Goldminenfonds bieten aktuell ebenfalls gute Kurschancen und minimieren das Einzeltitelrisiko.