Nicht ohne Vertrag Erben und Schenken: Worauf Sie achten sollten

Nicht ohne Vertrag: Erben und Schenken: Worauf Sie achten sollten

// //

In knapp der Hälfte aller Nachlässe werden in den kommenden Jahren Häuser, Wohnungen oder Grundstücke enthalten sein. Doch nur wenige Eigentümer machen sich Gedanken, wie sie ihr Immobilienvermögen am besten an die nächste Generation weitergeben. Dabei ist es bei Haus und Hof besonders wichtig, rechtzeitig für Transparenz und eine klare Aufteilung des Nachlasses zu sorgen. Denn Immobilien stellen in der Regel einen großen Teil des Erbes. Und sowohl der aktuelle Eigentümer als auch seine Erben beurteilen den Wert des Betonvermögens meist nicht realistisch. Er kann ohnehin nur geschätzt werden.

Vor einer besonderen Herausforderung steht der spätere Erblasser, wenn er sein Vermögen gerecht auf eine Vielzahl künftiger Erben verteilen möchte. Ein Beispiel: Ein verheirateter Mann mit drei Töchtern aus einer vorherigen Beziehung besitzt 1,5 Millionen Euro Geld- und Wertpapiervermögen, ein selbst genutztes Einfamilienhaus im Hamburger Stadtteil Blankenese und eine vermietete Eigentumswohnung im Hamburger Schanzenviertel. Obwohl das Vermögen nicht komplex ist, steckt die Tücke im Detail: Regelt er nichts, greift die gesetzliche Erbfolge, und es entsteht eine Erbengemeinschaft, an der die Witwe und die Töchter beteiligt sind. Die Witwe kann nun nicht mehr allein über das von ihr bewohnte Haus bestimmen. Alle wichtigen Entscheidungen müssen einvernehmlich getroffen werden. Das führt schnell zum Streit.

 

Können sich die Erben aber nicht auf einen Auseinandersetzungsplan einigen, der regelt, wer was bekommt, so haben alle das Recht, jederzeit im Alleingang die Auseinandersetzung des Nachlasses zu verlangen. Passiert das, kommt es zu der von vielen gefürchteten Teilungsversteigerung. Solche Situationen sollten darum frühzeitig verhindert werden.

Zusammen mit einem Estate Planner, Rechtsanwalt, Notar und einem Steuerberater sollte sich der Vermögensinhaber rechtzeitig über einige wichtige Fragen Gedanken machen, darunter:
• Soll seine Frau auch nach seinem Tod im Einfamilienhaus wohnen und dieses nutzen können?
• Sollen einzelne Immobilien oder alle an bestimmte Personen fallen?
• Sollen sich diejenigen, die Immobilien erhalten, diese auf ihre Erbquote anrechnen lassen?
• Wer soll Erbe und wer Vermächtnisnehmer werden?
• Was sind die Immobilien realistisch wert, und wie ist die Relation zum sonstigen Vermögen?