Neustart mit 32-KWG-Lizenz Fintech Fundamental Capital wird Online-Vermögensverwalter

Uwe Zimmer (l.), Mitgründer und Geschäftsführer von Fundamental Capital, und Oliver Matyschik, leitender Geschäftsführer des Fintechs, das ab sofort mit neuer Bafin-Lizenz als Online-Vermögensverwalter durchstarten will. | © Fundamental Capital

Uwe Zimmer (l.), Mitgründer und Geschäftsführer von Fundamental Capital, und Oliver Matyschik, leitender Geschäftsführer des Fintechs, das ab sofort mit neuer Bafin-Lizenz als Online-Vermögensverwalter durchstarten will. Foto: Fundamental Capital

Vom Robo Advisor zum Online-Vermögensverwalter: Das Fintech Fundamental Capital tritt nach dem Erwerb der 32-KWG-Lizenz der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) ab heute in neuer Form auf. Die Erlaubnis umfasst die Dienstleistungen Finanzportfolioverwaltung, Abschlussvermittlung, Anlageberatung und -vermittlung. Grundlage des neuen Geschäfts ist den Angaben zufolge ein selbst entwickelter Value-Algorithmus namens „Graham“.

Kurz zusammengefasst bietet das in Willich ansässige Fintech-Unternehmen digitale Anlagestrategien, die anhand eines Value-Ansatzes und mithilfe von Algorithmen umgesetzt werden. Laut Pressemeldung soll der Algorithmus „speziell in Einzeltitel investieren, denen aufgrund ihrer Fundamentaldaten und zusätzlicher qualitativer Kriterien eine überdurchschnittliche Renditeentwicklung prognostiziert wird und die an der Börse unter Wert gehandelt werden.“

Die Anlageentscheidung beruhe dabei auf einer Big-Data-Analyse, „die jahrzehntelange Finanzexpertise und die Paradigmen renommierter Investoren berücksichtigt”, heißt es weiter. „ETF-Robos gibt es wie Sand am Meer – technologie-getriebenes, aktives Value-Investieren dagegen ist ein echter USP, der es Privatanlegern erlaubt, von überdurchschnittlich hoher Rendite zu profitieren“, sagt Uwe Zimmer, Mitgründer und Geschäftsführer von Fundamental Capital. Zimmer war bis September 2016 Vorstand der Vermögensverwaltung Meridio mit Sitz in Köln. Aktuell ist er geschäftsführender Gesellschafter der Kölner Beratungsgesellschaft z-invest.

Mit seinem Ansatz sieht sich Fundamental Capital selbst als einer der ersten Robo-Advisory-Anbieter im D-A-CH-Raum, der das Geld der Anleger direkt in Aktien investiert. Auch die Online-Vermögensverwaltung Solidvest bestückt die Portfolien ihrer Kunden auf Grundlage von Analysten-Empfehlungen der DJE Kapital mit Aktien und Anleihen. „Mit unserem online-basierten Service und einem Mindestanlagebetrag von 50.000 Euro sprechen wir vor allem digital-affine Anleger mit besonders hohen Ansprüchen an ihre Geldanlage an. Ihnen bieten wir einen erstklassigen und umfassenden Service, der moderne Technologie und Expertenwissen umfasst“, sagt Oliver Matyschik, leitender Geschäftsführer von Fundamental Capital.

Anlagemethode von Warren Buffett digitalisieren

Eingetragen im Handelsregister ist das Fintech Fundamental Capital bereits seit 25. Mai 2016. Erste Aufmerksamkeit bekam es durch einen Online-Artikel in den Start-up-Medien mit der Ankündigung, dass der Algorithmus des Fintechs so „denken soll wie Warren Buffett“.

Die jährliche Grundgebühr liegt auch nach Erwerb der Bafin-Lizenz weiterhin bei einem Prozent des Anlagevolumens. Hinzu kommt eine Performance-Gebühr von 12 Prozent auf die erwirtschaftete Rendite pro Jahr, die vor einem Jahr noch bei 20 Prozent lag. Beide Gebühren werden vierteljährlich erhoben. Die Kunden bei Fundamental Capital sollen stets die volle Kontrolle über die Entwicklung ihrer Anlagen haben und sich jederzeit über ihr Portfolio und die Unternehmen hinter den Investments informieren können – sowohl im Überblick als auch detailliert.

Als Finanzportfolioverwalter unterliegt Fundamental Capital der Aufsicht der Bafin und ist der Entschädigungseinrichtung der Wertpapierhandelsunternehmen (EdW) zugeordnet. Die Konto- und Depotführung erfolgt durch die Baader Bank, die als Vollbank dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) sowie der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) angeschlossen ist. Zum Zeitpunkt Oktober 2016 war noch die V-Bank als Partnerbank des Fintechs tätig. Die Abwicklung lief über den Vermögensverwalter GSAM + Spee Asset Management.

Interessierte Anleger konnten sich bereits seit kurzem auf der Webseite des Unternehmens in eine Warteliste eintragen. Sie sollen ab heute zum offiziellen Neustart in der Reihenfolge der Wartelistenplätze freigeschaltet werden. „Wir starten jetzt in Deutschland, planen den Rollout unseres Angebots in weiteren europäischen Ländern aber schon in wenigen Monaten anzugehen“, beschreibt Uwe Zimmer die ambitionierten Pläne von Fundamental Capital.