Neues Geschäftsmodell Bitbond gibt KWG-32-Lizenz zurück

Gründer von Bitbond: Radoslav Albrecht geht davon aus, dass die Distributed Ledger Technology, die im Zentrum der Blockchain steht, in Zukunft von Finanzdienstleistern eingesetzt wird. | © Bitbond

Gründer von Bitbond: Radoslav Albrecht geht davon aus, dass die Distributed Ledger Technology, die im Zentrum der Blockchain steht, in Zukunft von Finanzdienstleistern eingesetzt wird. Foto: Bitbond

Das Fintech-Unternehmen Bitbond hat seine Bafin-Lizenz für Anlagevermittlung an die Finanzaufsicht zurückgegeben. Die von Radoslav Albrecht gegründete Gesellschaft besaß eine Bafin-Lizenz gemäß Paragraph 32 Kreditwesengesetz (KWG). Die Lizenz haben die Berliner genutzt, um über eine eigene Online-Plattform Darlehen an Selbstständige und Kleinunternehmer zu vermitteln. Dieses Geschäftsmodell verfolgt Bitbond nun nicht mehr, was Firmengründer Albrecht unter anderem mit der mangelnden Profitabilität begründet. „Für uns hat sich ein alternatives Geschäftsmodell ergeben“, sagt der Unternehmer im Gespräch mit unserer Redaktion.

Bitbond ist in der Start-up-Szene und darüber hinaus recht bekannt, nachdem das kapitalsuchende Fintech im ersten Halbjahr 2019 Anlegern mit Hilfe eines innovativen Security Token Offering (STO) Schuldverschreibungen angeboten hatte. Ein Security Token Offering ist ein Angebot, bei dem Investoren von einem Emittenten für die Zahlung von Fiat- oder Kryptowährungen tokenbasierte Wertpapiere erhalten. Bei der Emission des deutschlandweit ersten voll digitalen Wertpapiers nutzte Bitbond eine selbst entwickelte Software auf der Basis der Datenbank-Technologie Blockchain. 

Bitbond-Gründer und -Geschäftsführer Albrecht geht davon aus, dass die Distributed Ledger Technology, die im Zentrum der Blockchain steht und eine klare Nachvollziehbarkeit von digitalen Vorgängen ermöglicht, in Zukunft von Finanzdienstleistern vermehrt eingesetzt wird. Er sagt, Banken und andere Intermediäre hätten großes Interesse an der Software, die die Berliner bei der Umsetzung ihres Security Token Offering genutzt hätten.

In diesem Metier sieht Albrecht, der schon für das Beratungshaus Roland Berger und die Deutsche Bank gearbeitet hat, die Zukunft für sein Unternehmen. Künftig will er Finanzhäusern rund um den Wertpapierhandel dabei helfen, den Emissionsprozess zum Wertpapier zu digitalisieren und den Eigentumsnachweis zu tokenisieren. Das mache den Prozess kostengünstiger und schneller.

Wie Albrecht erläutert, wird Bitbond künftig als Verwahrer von Security Tokens auftreten. Ein erstes praktisches Beispiel zeigt, wohin die Reise geht: Bitbond und das Hamburger Start-up Klickown arbeiten gemeinsam an der „Tokenisierung“ von deutschen Wohnimmobilien: Privatanleger können mit Hilfe von Klickown über die Blockchain in ausgewählte deutsche Immobilienprojekte investieren und digitale Immobilienanleihen erwerben.

Mit Blick auf die neue Partnerschaft zu Klickown erklärt Albrecht: „Wir haben Bitbond nach unserem erfolgreichen STO und der Billigung unseres Wertpapierprospekts für die erste tokenisierte Schuldverschreibung durch die Bafin entscheidend weiterentwickelt. Wir sehen eine enorme Nachfrage von Finanzdienstleistern und Emittenten den Anleihe-Emissionsprozess zu digitalisieren. Mit unserer Technologie ermöglichen wir die Tokenisierung des Eigentumsnachweises an Wertpapieren und reduzieren dabei die Anzahl der notwendigen Intermediäre.“