Neues bei Master-KVGen, Teil 1 Der letzte Basispunkt

Der Weidachknoten der Rheintalautobahn A14 im Vorarlberg: Institutionelle Anleger erwarten stabile Erträge, wie sie zum Beispiel viel befahrene Mautstraßen abwerfen.

Der Weidachknoten der Rheintalautobahn A14 im Vorarlberg: Institutionelle Anleger erwarten stabile Erträge, wie sie zum Beispiel viel befahrene Mautstraßen abwerfen. Foto: imago images / CHROMORANGE

Alles begann mit dem sogenannten Nikolaus-Rundschreiben namens „R11/2001“. Mit diesem Schreiben des damaligen Bundesaufsichtsamtes für das Kreditwesen – der jetzigen Bafin – wurde am 6. Dezember 2001 die Auslagerung von Asset-Management-Leistungen von Kapitalverwaltungsgesellschaften an Dritte möglich und so das Modell der Master-Kapitalverwaltungsgesellschaft (Master-KVG) in die Rechtspraxis umgesetzt. Es war die Geburtsstunde einer Erfolgsstory.

Mit Hilfe einer Master-KVG können Großanleger ihre ansonsten über diverse Finanzdienstleister verteilten Vermögenswerte bei einer Gesellschaft in einem Master-Fonds bündeln. In den vergangenen Jahren war das Interesse der Anleger an dieser Dienstleistung sehr groß. 2016 überschritt das in Master-Fonds verwaltete Anlagevolumen erstmals die Eine-Billion-Euro-Marke. 

Inzwischen werden in Deutschland Vermögenswerte von mehr als 1,3 Billionen Euro über eine Master-KVG verwaltet; das sind mehr als 70 Prozent des institutionellen Marktes – also die in Spezialfonds verwalteten Kapitalanlagen der Großanleger. Gleichzeitig ist die Zahl der aktiven Anbieter geschrumpft. Während der deutsche Fondsverband BVI in seinem Spezialfonds-Ranking für das Jahr 2000 insgesamt 55 Gesellschaften ausweist, umfasst die Statistik für das vergangene Jahr nur noch 34 Unternehmen. 

Nach Einschätzung von Frank Wehlmann – er ist neben Alexander Scholz Geschäftsführer der Rating-Agentur Telos – gibt es heute noch etwa zwölf Master-KVGen, die für Großanleger relevant sind. Top-Anbieter sind laut der aktuellen Master-KVG-Studie von Telos aufgrund ihrer Innovationskraft die HSBC Inka, Universal-Investment und Helaba Invest.