Neuer Immobilienfonds Meag will Fachmarktzentren kaufen

Einkaufswagen der Einzelhandelskette Rewe stehen dicht an dicht: Der Vermögensverwalter der Munich Re will Fachmarktzentren mit Mietern wie Rewe kaufen.  | © imago images  Martin Wagner

Einkaufswagen der Einzelhandelskette Rewe stehen dicht an dicht: Der Vermögensverwalter der Munich Re will Fachmarktzentren mit Mietern wie Rewe kaufen. Foto: imago images Martin Wagner

Der Vermögensmanager des Versicherungskonzerns Munich Re, die Munich Ergo Asset Management (Meag), legt einen weiteren Immobilienfonds für die Nutzungsart Fachmarktzentren auf: den Meag Super Stores II. Die Fondsgesellschaft will in „etablierte Fachmarktzentren in integrierten Lagen“ in Deutschland kaufen.

Mieter der Gewerbeimmobilien stammen aus dem Lebensmittel-, Drogerie- und Baumarktbereich. Dieses Segment ist nach Einschätzung der Meag nur in geringem Maße vom Onlinehandel betroffen und verspreche langfristig kalkulierbare und stabile Erträge.

Der Anbieter positioniert den Fonds in der Risikoklasse „Core Plus“. Core-Plus-Immobilien befinden sich meist in 1-B-Lagen, haben dafür aber verlockende Eigenschaften. Vergleichsweise kurze Vertragslaufzeiten der Bestandsmieter ermöglichen nach Einschätzung des Immobiliendienstleisters Colliers International „eine perspektivische Steigerung der Mieteinnahmen aufgrund anstehender neuer Vertragsabschlüsse bei verbesserten Marktbedingungen“. 

Aktives Management steht im Zentrum 

Die Immobilienfachleute der Meag wollen durch aktives Management „Vermietungs- und Objektpotentiale für die Anleger des neuen Fonds heben. Anhand eines ersten Investments können sich Interessenten bereits ein Bild machen, wohin die Reise beim „Super Stores II“ geht: Am 31. Januar hat Munich Ergo Asset Management für den Fonds das Fachmarktzentrum „Zeez“ in Zehdenick/ Brandenburg erworben. Ankermieter sind die Einzelhandelskette Rewe und der Baumarktbetreiber OBI. Aber auch die Drogeriemarktkette Rossmann und der Textilhändler Ernstings Family haben sich in dem Objekt mit einer Verkaufsfläche von rund 12.000 Quadratmetern einquartiert

Das frische Geld für den neuen Fonds kommt von der Munich Re. Aber auch institutionelle Anleger, die nicht zum Umfeld des Dax-Konzerns gehören, können sich an dem Fonds beteiligen. Sie könnten gemeinsam mit Munich Re „regional diversifiziert in ein aussichtsreiches Segment investieren und damit langfristig Renditen erzielen, die deutlich über denen entsprechender Anleihen liegen“, heißt es. 

Die angestrebte durchschnittliche Ausschüttungsrendite liegt bei 4 bis 5 Prozent pro Jahr eignet sich nach Einschätzung von Meag-Geschäftsführer Frank Becker „bestens für regulierte Investoren zur Bedeckung ihrer langfristigen Zahlungsverpflichtungen“. Die Manager des Fonds wollen das Geld der Anleger breit streuen und voraussichtlich 15 bis 20 Liegenschaften kaufen. 

Beim Vorgängerfonds „Meag German Super Stores“ sammelte die Meag vor rund 15 Jahren 300 Millionen Euro ein. Anlageschwerpunkt des Immobilienspezialfonds waren schon damals großflächige deutsche Einzelhandelsimmobilien. Wolfgang Wente, ebenfalls ein Geschäftsführer von Munich Ergo Asset Management, will die Erfahrungen und die Expertise „in einem weiteren Produkt für unsere Anleger chancenorientiert nutzen. Das Investment in großflächigen Einzelhandel bietet Stabilität auch in Zeiten konjunktureller Schwankungen“, so Wente. „Dies zeigt sich insbesondere am Anteil der Konsumausgaben für Lebensmittel und Gesundheitspflege, der sich seit über 20 Jahren auf stabilem Niveau befindet.“