Investitionen dringend benötigt Neue Strategien öffnen die Asset-Klasse Infrastruktur

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Ungebrochenes Interesse

Das Global Private Equity Barometer von Coller Capital aus dem Dezember 2023 zeigt ebenfalls ein ungebrochenes Interesse an Infrastruktur. Für die Umfrage wurden global 110 Private-Equity-Anleger – also die Limited Partners, kurz: LPs – befragt. 90 Prozent beabsichtigen demnach, ihre Allokation in alternativen Anlagen stabil zu halten oder zu erhöhen. 44 Prozent planen, mehr in Private Debt zu investieren, gefolgt von Infrastruktur mit 27 Prozent, Private Equity mit 25 Prozent, Immobilien mit 17 Prozent und Hedgefonds mit nur 2 Prozent.

In anderen Bereichen sind Private Markets von langfristigen Trends beeinflusst, die weit über den aktuellen Marktzyklus hinaus anhalten werden. Die stetig wachsende Nachfrage nach mehr Datenverarbeitung führt zu einem starken strukturellen Aufschwung bei Vermögenswerten im Zusammenhang mit der digitalen Infrastruktur, wie beispielsweise Rechenzentren. Hier zeigt sich allerdings wieder das beschriebene Problem: Ohne Kapital können die besten Investitionsideen nicht vorangebracht werden.

Politik hat Einfluss

Bei Infrastrukturprojekten darf nie unterschätzt werden, welche maßgeblichen Einfluss die Politik hat. Gewisse Ereignisse üben auch auf den Aktienmarkt Einfluss aus. Bei Infrastruktur ist die Korrelation oft direkter und deutlicher zu erkennen. Wenn man etwa weiß, dass die europäischen Länder 100 Prozent erneuerbare Energie anstreben, weiß man auch: Das Thema begleitet einen wesentlich länger. Während ein Unternehmer relativ frei im Rahmen seiner Möglichkeiten entscheiden kann, in welche Richtung er seine Firma entwickeln möchte, richtet sich Infrastruktur in der Regel nach dem Willen der Politik aus.

 

Das zeigt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine. In kürzester Zeit gab es einen gestiegenen Bedarf nach Alternativen zu Gas aus Russland. Terminals mussten gebaut, Windparks schneller errichtet werden. Wasserstoff wurde zum Megatrend für die Zukunft auserkoren, was den Investitionsbedarf angeheizt hat.

Im Gegenzug winken langfristige Gewinne für diejenigen, die in der Lage sind, diese Projekte zu finanzieren. Am Ende des Tages ist es wieder ähnlich wie beim Sportverein: Steine werfen nachhaltige Gewinne ab und sichern das Überleben, brauchen aber gewaltige Investitionssummen.

Und womöglich müssen Vereinsführung, Sponsoren und Fans zusammen das Projekt stemmen – sprich Politik, institutionelle Investoren und Privatanleger zusammen die Mammutaufgabe lösen. Der Bedarf ist da. Nun muss er umgesetzt werden.

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