Neue Crowdinvestmentplattform Ifunded will den Immobilienmarkt aufmischen

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Welche Auswirkungen hat die Mietpreisbremse?

Skjerven: Wir sehen gerade, dass mit der Mietpreisbremse die Nachfrage nach Eigentum steigt. Viele Mieter sehen langfristig, dass der Eigentümer nicht in ihre Immobilie investieren wird und diese dadurch an Qualität verliert. Auf lange Sicht wird die Mietpreisbremse den Wohnungsmarkt anheizen.

Was halten Sie von der Aussage: Crowdinvestment ist ein Ergebnis der Niedrigzins-Politik…

Skjerven: Ich denke nicht, dass Crowdfunding das Ergebnis der Niedrigzinspolitik ist. Steigen die Zinsen, steigt auch die Rendite für neue Investments in Immobilien. Der Cashflow wird besser, die Crowd profitiert.

Und das erfahrene Projektentwickler nicht mit Plattformen zusammen arbeiten werden…

Skjerven: Das Projektentwickler nicht mit Plattformen arbeiten werden, ist eine altmodischen Ansichtsweise.

Stephan: Es findet ein Wandel bei Projektentwicklern statt. Viele erkennen die Vorteile, die eine Plattform mit sich bringen kann. Wir können mit einem Projekt viel früher an den Markt gehen und von der Intelligenz des Schwarms profitieren. Die Resonanz auf die Konzeptionierung kann Schwachstellen aufdecken.

Haben Sie Bedenken, dass unseriöse Anbieter das junge Plattform-Model schädigen können?

Stephan: Wir beobachten den Markt. Auch, weil wir wissen wollen, wer da mit uns auf dem Spielfeld steht. Das Gute ist, dass die Plattformbetreiber sich ihre Projekte genau ansehen. Wenige schwarze Schafe können uns allen das Leben schwer machen. Gefährlich wird es, wenn Leute in den Markt kommen, die gar kein Wissen mitbringen. Die werden Projekte im Zweifelsfall nicht ordentlich prüfen. Zum Glück haben wir solche Mitspieler noch nicht ausfindig gemacht. Und wenn sie kommen, müssen sie sich auch an die rechtlichen Rahmen halten.

Wie schützen Sie ihre Anleger?

Stephan: Wir bauen Wissen im Haus auf, für die Projektentwicklung. Dieses Wissen beinhaltet strenge Prüfungsmechanismen. Und wir werden eng mit der BaFin und dem Verbraucherschutz zusammenarbeiten. Unser Ziel ist es, dass Anleger bestmöglich über die Risiken aufgeklärt sind. Das gehört zu unserem Selbstverständnis von Seriosität. An den gesetzlichen Rahmenbedingungen kann man aber noch feilen. Sie könnten breiter ausgelegt werden, ohne den Risikoschutz zu berühren.

Skjerven: Das Wichtigste für eine Crowdfunding Plattform ist Transparenz. Risiko- und Erfolgsaussichten müssen verständlich transportiert werden. Nur so kann eine Crowd aufgebaut werden. Ich bin seit Jahren im Online-Marketing aktiv. Deshalb haben wir bereits 30.000 Follower im Immobilienmarketing. Das ist ein guter Anfang. Diese Kontakte haben wir mit jahrelanger guter Arbeit aufgebaut. Hätte ich kein Vertrauen in das Geschäftsmodell, würde ich die Kontakte nicht mitbringen. Und wenn davon einige in der Crowd investieren ist das positiv. Ein Objekt von beispielsweise 1 Million Euro benötigt 300 bis 500 Investoren. Wir können unsere Ziele aber nur erreichen, wenn Anleger zufrieden sind und wieder investieren.

Wie sehen Ihre mittelfristigen Ziele aus?

Skjerven: Die Ziele sind, dass wir in 2016 fünf bis sieben Objekte realisieren wollen, pro Objekt 750.000 bis eine Million Euro Crowdfunding. 2017 wollen wir dann an die 2,5 Millionen-Euro-Grenze gehen. Dann möchten wir auch gerne mehrere Objekte anbieten und das nicht nur in Berlin. Das lässt sich nur über Nachhaltigkeit und zufriedene Investoren realisieren. Das größte Risiko für uns wird sein, ob es unseriöse Anbieter schaffen, dieses junge Modell zu schädigen. Davor können wir uns nicht schützen. Aber wir schauen auf uns. Wenn wir jeden Tag eine gute Arbeit machen und gute Objekte mit niedrigem Risiko auf die Plattform stellen, wird das Früchte tragen. Qualität setzt sich immer durch.