Investments in Intellectual Property „Die jährlichen Ausschüttungen sollten über 7 Prozent betragen“

Portfoliomanager für Investments in geistiges Eigentum: Laurens Rensch von Swiss Alpha

Portfoliomanager für Investments in geistiges Eigentum: Laurens Rensch von Swiss Alpha

Die Schweizer Vermögensverwaltung Swiss Alpha hat ein neues Anlagethema: geistiges Eigentum. Das Investment in direkte oder indirekte Patente, Copyrights, Lizenzen und anderes verteilt auf verschiedene Industrien wie Musik, Film, Pharmazie und Informations-Technologien soll jährliche Ausschüttungen bei geringem Risiko-Return-Profil haben.

Laurens Rensch ist der verantwortliche Portfolio Manager. Vor seinem Wechsel zu Swiss Alpha hat er für die in den Niederlanden ansässige APG Asset Management, einem Verwalter für Pensionsvermögen, gearbeitet. Dort war Rensch für Investments in geistiges Eigentum von über zwei Milliarden US-Dollar verantwortlich.

private banking magazin: Wie investiert man in geistiges Eigentum?

Laurens Rensch: Investitionen in geistiges Eigentum – auf Englisch Intellectual Property (IP) – können über Fonds getätigt werden. Die Manager dieser Fonds verfügen über langjährige Erfahrung und Kenntnisse einer oder mehrerer Formen geistigen Eigentums wie Copyrights an Musik, Patente auf Arzneimittel oder Filmrechte und Lizenzen. Sie finden, prüfen und verwalten die IP-Investitionen.

Sie sprechen von attraktiven Ausschüttungen. Welche Renditen können Anleger erwarten?

Rensch: Wer in geistiges Eigentum investiert, kann mit einer Rendite aus den regelmäßigen Ausschüttungen der Royalties oder Lizenzgebühren und weiteren Erträgen rechnen, die sich aus dem Besitz am geistigen Eigentum ergeben. Hinzu kommt die mögliche Wertsteigerung des geistigen Eigentums. Die jährlichen Ausschüttungen sollten über 7 Prozent und der IRR (interner Zinsfuß) über 12 Prozent betragen.

Royalties hängen vom Verkauf des jeweiligen Produktes ab. Wie sieht es dabei mit dem Risiko-Return-Profil aus? 

Rensch: Die wichtigsten Risikofaktoren im Zusammenhang mit geistigem Eigentum beziehen sich auf die Performance (nachfrage- oder konkurrenzbedingt geringere Umsätze), auf Piraterie (geringere Einnahmen infolge illegaler Kopien) und auf die Bonität der Kontrahenten (Verlustrisiko durch den Ausfall von Gegenparteien).

Diese Risiken lassen sich durch Diversifizierung abfedern. Nehmen wir als Beispiel Musikkataloge mit über 10.000 Titeln unterschiedlicher Künstler und Genres: Das schlechte Abschneiden eines Musikers oder Genres kann da keinen allzu großen Schaden anrichten. Das Bonitätsrisiko wird durch die gezielte Auswahl kreditwürdiger Kontrahenten gemildert. Im Fall von Investitionen in Arzneimittellizenzen wären das etwa Unternehmen mit Investment Grade wie die großen Pharmagesellschaften.

Und wieso soll sich diese Anlagestrategie gerade für semi-institutionelle und institutionelle Anleger lohnen?

Rensch: Geistiges Eigentum ist eine Sachanlage und weist daher ähnlich attraktive Merkmale auf wie andere Sachanlagen. Außerdem bietet geistiges Eigentum regelmäßige Cashflows mit einem attraktiven Wertsteigerungspotenzial.

Sachanlagen passen aufgrund ihrer relativ geringen Korrelation zu Finanzanlagen gut in diversifizierte Portfolios. Sie eignen sich vor allem für Phasen hoher Inflation, in denen sie tendenziell besser abschneiden als Finanzanlagen. Dies gilt für geistiges Eigentum sogar in besonderem Maße, weil die Royalties und sonstigen Erträge an die Produktumsätze gebunden sind, die ihrerseits vom Preis der Produkte abhängen.

Wie sieht es mit der Liquidität aus?

Rensch: IP-Investitionen bieten Risikoaufschläge für die Komplexität und Liquidität der Anlagen, die ja besondere Kenntnisse erfordern und im Allgemeinen als wenig liquide zu betrachten sind. Die Investitionsdauer in IP-Investitionen beträgt mehr als fünf und bis zu zehn Jahren.

Welche Fondshülle kommt bei dem Investment in Intellectual Property zum Einsatz?

Rensch: Der IP Fund, gemanagt von Swiss Alpha, wird als luxemburgischer Sicav-Sif aufgelegt. Es handelt sich hierbei um einen speziellen Anlagefonds mit der Struktur einer Kommanditgesellschaft. Sie gewährleistet die bevorzugte steuerliche Behandlung der IP-Investitionen.

Gibt es eine Korrelation zu anderen Asset-Klassen?

Rensch:
Wie bei anderen Sachanlagen ist die Korrelation von geistigem Eigentum zu Finanzanlagen wie Aktien und Anleihen gering. Und selbst zwischen den verschiedenen IP-Sektoren wie Musik, Pharma und Film besteht nur eine geringe Korrelation.