’Ndrangheta-Millionen Private Banker wegen Mafia-Geldern vor Gericht

Schaubild der ’Ndrangheta-Struktur: Die ’Ndrangheta ist die Vereinigung der kalabrischen Mafia. | © Marcuscalabresus CC BY-SA 3.0

Schaubild der ’Ndrangheta-Struktur: Die ’Ndrangheta ist die Vereinigung der kalabrischen Mafia. Foto: Marcuscalabresus CC BY-SA 3.0

In der Schweiz steht ab kommender Woche ein ehemaliger Private Banker wegen des Verdachts der Geldwäsche und Urkundenfälschung vor Gericht. Der 42-jährige Oliver C. soll der kalabrischen Mafia geholfen haben, Drogengelder über Dubai auf die Bahamas zu verschieben. Das berichtet das Online-Portal der Aargauer Zeitung. Er habe nicht gewusst, woher das Geld stammte, zitiert das Portal den Beschuldigten.

Laut Bericht hatte die ’Ndrangheta 1995 auf den Namen der Ehefrau eines italienischen Mafioso ein Schweizer Bankkonto eröffnet und darauf 1,6 Millionen Franken aus dem Drogengeschäft eingezahlt. 2012 habe sich ein Italiener, genannt „der Bankier“, Zugriff auf das Geld verschaffen wollen, um es in Immobilien zu investieren. Auf der Suche nach einem Treuhänder, der Millionendeals ohne Fragen ausführt, sei diesem Oliver C. empfohlen worden.  

Der transferierte die 1,6 Millionen Franken auf ein Konto in Dubai, um den größten Teil kurz darauf auf den Bahamas zu parken. Zudem soll er Lebensversicherungen der Mafiosi bei der Basler Versicherung verwaltet und dabei auch mit der UBS zusammengearbeitet haben. Das Geld der ’Ndrangheta soll unter anderem in ein Geschäftshaus, in ein Hotel und in eine Firma, die Bingo-Spiele durchführt, angelegt worden sein.

Die eidgenössische Bundesanwaltschaft wirft C. vor, als Finanzintermediär seine gesetzlichen Pflichten nicht erfüllt und die Herkunft der Gelder nicht geprüft zu haben. Er habe wissen oder annehmen müssen, dass sie aus Verbrechen stammten.

Zum Zeitpunkt der Kontoeröffnung sei er 20 Jahre jung und Student gewesen, wie solle er also gewusst haben können, was für Transaktionen 1995 abgewickelt worden waren, verteidigt sich C., der nach eigenem Bekunden mit einem Freispruch rechnet. Zudem habe er alles korrekt durchgeführt, während die Zahlungsinformationen auch von Banken und Versicherungen geprüft worden seien.

Nachdem seine Auftraggeber aufflogen waren, habe sich der Angeklagte, der über ein UBS-Diplom in Private Banking sowie über Ausbildungen als Finanz- und Investmentanalyst verfügt, beruflich neu orientiert: Er versucht sein Glück den Angaben zufolge mittlerweile als Gitarrenhändler.