Vertrauen, Nachhaltigkeit und Kryptowerte Was Erben von Vermögensverwaltern erwarten

Patrick Sobotta, Geschäftsführer der französischen Fondsgesellschaft Natixis IM

Patrick Sobotta Geschäftsführer von Natixis IM: 44 Prozent der Millennials haben das Gefühl, sie lassen Renditechancen verstreichen, wenn sie nur in öffentliche Märkte investieren. Bildquelle: Natixis IM

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Im Januar 2026 vollendeten die ersten der 1,1 Milliarden Baby Boomer auf der Welt ihr 80. Lebensjahr. Der Great Wealth Transfer steht an: In den nächsten zwei Dekaden werden rund 76 Billionen Euro vererbt werden. Patrick Sobotta, Geschäftsführer von Natixis Investment Managers (IM) hat mit seinem Team über 7.000 Investoren in 21 Ländern verschiedener Generationen zu ihren Anlagewünschen befragt.

Patrick Sobotta "Über die Hälfte der Ehepartner und Kinder (55 Prozent) planen den Vermögensverwalter im Erbfall zu wechseln."   Geschäftsführer von Natixis Investment Management (IM)

Besonders groß ist die Sorge unter Beratern in der Schweiz: 61 Prozent der Finanzberater fühlen sich durch den kommenden Wealth Transfer bedroht. Über die Hälfte der Ehepartner und Kinder (55 Prozent) planen den Vermögensverwalter im Erbfall zu wechseln. Vertrauen bleibt der Goldstandard, um die Erben zu halten.

 

Für Erben ist es wichtiger, den Berater ihres Verwandten zu kennen und ihm zu vertrauen, als dass dieser das Vermögen ihres Partners oder Vaters gut verwaltet hat. Das zeigen die Werte in der Tabelle: 30 Prozent gegenüber 23 Prozent. Nur knapp jeder Fünfte (17 Prozent der Befragten) gab an, die Kosteneffizienz wäre ein Grund für die Treue. 

Als wichtigsten Grund für den Beraterwechsel nennen die Befragten dagegen, bereits einen eigenen Finanzberater zu haben (29 Prozent). Ein Viertel gibt an, keine Verbindung zu dem Berater des Erblassers zu haben. 13 Prozent vertrauen ihm nicht ausreichend. Mangelhafte Vermögensverwaltung ist nur für 8 Prozent der Befragten der Grund zu wechseln.

Tatsächlich haben die erbenden Generationen andere Ansprüche an die Vermögensverwaltung. Wohingegen nur jeder Fünfte aus der Generation der Baby Boomer in nachhaltige Anlagen investiert, ist es in der Generation Z jeder Dritte. Die Millennials bewegen sich nicht nur altersmäßig im Mittelfeld: 28 Prozent aus dieser Generation investieren in nachhaltige Assets. Sieben von zehn Millennials glauben trotz der politischen Lage an nachhaltige Anlagen.