Analyse von IVA und Qplix Diese Trends prägen die Portfolios deutscher Vermögensverwalter

Kai Linde ist Gründer des Wealthtech-Unternehmens Qplix

Kai Linde ist Gründer von Qplix: „Unsere Analyse zeigt, dass die Branche aus den Krisenjahren gelernt hat.“ Bildquelle: Qplix

Renditeorientiert, aber risikobewusst – so lässt sich die Anlagestrategie der unabhängigen Vermögensverwalter in Deutschland beschreiben. Diese Erkenntnis ist das Ergebnis des aktuellen Trendmonitors Vermögensverwaltung. Das Institut für Vermögensaufbau (IVA) und der Wealth-Software-Anbieter Qplix haben dafür 2024 mehr als 61.000 reale Kundenportfolios von 118 Vermögensverwaltern ausgewertet. Die anonymisierten Depotdaten stammen von fünf Depotbanken.

Wertpapiere auf Rekordniveau

Auffällig: Trotz geopolitischer Unsicherheiten und Zinsfragen legten deutsche Vermögensverwalter im vergangenen Jahr den Schwerpunkt klar auf Wertpapiere. Der Aktienanteil erreichte mit rund 63 Prozent den höchsten Wert seit 2018. Renten machten 21,2 Prozent aus, während die Liquiditätsquote auf knapp 10 Prozent zurückging.

Ergebnisse des Trendmonitors Vermögensverwaltung 2025
Bildquelle: IVA/Qplix

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„Unsere Analyse zeigt, dass die Branche aus den Krisenjahren gelernt hat“, sagt Kai Linde, CEO von Qplix. „Vermögensverwalter streuen breiter und steuern Risiken aktiver, ohne Renditechancen zu vernachlässigen.“

US-Aktien dominieren, Europa verliert Gewicht

Dominierend in den Portfolios sind US-Aktien: Der US-Dollar-Anteil erreichte mit 36,3 Prozent einen neuen Höchststand, während der Euro-Anteil auf 48,3 Prozent sank. Nordamerikanische Titel stellen nahezu die Hälfte der Aktieninvestments, während der Euroraum nur noch auf 26,5 Prozent kommt. Aktien aus Schwellenländern bleiben mit gut 6 Prozent weiterhin unterrepräsentiert.

Ergebnisse des Trendmonitors Vermögensverwaltung 2025
Bildquelle: IVA/Qplix

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Bei der Sektorallokation führt erneut der Technologiesektor mit 19,9 Prozent, gefolgt von Finanzwerten (15,5 Prozent) sowie Gesundheits-, Industrie- und Konsumtiteln (jeweils 11 bis 13 Prozent). Dagegen verloren Grundstoffe und Basiskonsumgüter in den vergangenen sechs Jahren etwa 3 Prozentpunkte.

Kurze Laufzeiten bei Anleihen

Im Rentensegment bevorzugten die Verwalter 2024 Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten: Rund zwei Drittel der Papiere laufen in weniger als fünf Jahren aus, 85 Prozent in unter zehn Jahren. Gleichzeitig verschob sich das Bonitätsprofil leicht von AAA-Titeln hin zu A- und BBB-Anleihen.

 

Auffällig ist auch der Zuwachs bei Papieren ohne Rating, die von 10 auf 14,2 Prozent gestiegen sind. Hochverzinsliche Anleihen verloren dagegen leicht an Gewicht und machen nun 9,8 Prozent aus.

Wachsendes Interesse an alternativen Anlagen

Private-Equity-Fonds und Eltifs bleiben mit 0,13 Prozent Anteil am Fondsvermögen zwar eine Randerscheinung, doch der neue Eltif 2.0 könnte künftig den Zugang zu alternativen Anlagen erleichtern. Laut Qplix-CEO Linde wächst das Interesse an illiquiden, renditestarken Investments – nicht nur aus Renditegründen, sondern auch zur Diversifikation und langfristigen Stabilität. Das klassische 60/40-Portfolio gelte laut den Studienautoren bei vielen Vermögensverwaltern nicht mehr als zeitgemäß.

Ergebnisse des Trendmonitors Vermögensverwaltung 2025
Bildquelle: IVA/Qplix

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Performance: Konservativ schlägt ausgewogen

Im Mehrjahresvergleich zeigen sich Unterschiede zwischen den Risikoprofilen. Konservative Depots wiesen die höchste Wahrscheinlichkeit auf, ihre Benchmarks zu übertreffen – insbesondere während der Zinswende 2022. Chancenorientierte Strategien profitierten stärker in volatileren Phasen wie 2020, während ausgewogene Depots meist leicht unter dem Durchschnitt lagen.

 

Der typische Depotwert liegt laut Studie bei rund 140.000 Euro, der Durchschnitt von 462.000 Euro wird durch wenige große Depots verzerrt. Nur etwa 9 Prozent der Depots liegen über einer Million Euro.

„Die Auswertung zeigt eindrucksvoll, wie datengetriebene Analysen das Verständnis von Markttrends verbessern“, sagt Linde. „Sie machen sichtbar, wie sich Anlegerverhalten und Risikoneigung in einem anspruchsvollen Umfeld verändern.“

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