Nachhaltigkeitsreport Danske Bank AM Materiality-Analyse entscheidend für die ESG-Integration

Andreas Dankel erläutert im neusten Bericht zum Thema Nachhaltigkeit von Danske Bank Asset Management, warum es so schwer ist, Unternehmen zu finden, die sich aus Nachhaltigkeitssicht auf dem Weg der Verbesserung oder des Wandels befinden. | © Danske Bank AM

Andreas Dankel erläutert im neusten Bericht zum Thema Nachhaltigkeit von Danske Bank Asset Management, warum es so schwer ist, Unternehmen zu finden, die sich aus Nachhaltigkeitssicht auf dem Weg der Verbesserung oder des Wandels befinden. Foto: Danske Bank AM

Wenn wir ein einzelnes Unternehmen betrachten, gibt es natürlich viele Aspekte, die sowohl interessant als auch intellektuell anregend für Gespräche und Analysen sind. Aber wir müssen vor allem unsere Ressourcen schonen und uns auf andere Aspekte von „Materiality“ konzentrieren. Letztendlich integrieren wir Nachhaltigkeit nicht, um „unsere Werte“ durchzusetzen, sondern weil wir durch gute, risikobereinigte und langfristig nachhaltige Renditen für unsere Kunden Mehrwerte erzielen möchten. Wenn ich auf meine über zwanzigjährige Zeit in der Branche zurückblicke, erkenne ich immer deutlicher, dass ESG-Aspekte eigentlich schon immer ein wichtiges Element der Analysen von Unternehmensanleihen waren. Allerdings haben wir dies früher nicht besonders betont, zumindest nicht in der Weise oder mit den Begriffen, die heute in diesem Bereich im Fokus stehen.

Eine neue Sprache im Dialog mit Kunden ...

Ich bin überzeugt, dass ein wichtiger und vielleicht gleichzeitig unterschätzter Aspekt unserer Entwicklung und unseres Ansatzes in den letzten vier bis fünf Jahren darin besteht, dass wir jetzt eine neue Sprache für Nachhaltigkeit gefunden und gelernt haben. Das mag widersprüchlich erscheinen und den Eindruck erwecken, dass dies einfach nur eine Frage von PR ist. Diese Sprache hat uns jedoch ein neues Mittel gegeben, wenn wir mit einzelnen Unternehmen in einen Dialog treten, wenn wir im Team bestimmte Investitionsmöglichkeiten diskutieren oder mit Kunden über Unternehmensanleihen sprechen. In letzterer Hinsicht waren wir als Portfoliomanager es gewohnt, eine ziemlich komplexe Anlageklasse auf pädagogische Weise zu erklären, und dabei haben einige der neuen Konzepte im Bereich Nachhaltigkeit dazu beigetragen, den Kundendialog weiterzuentwickeln.

… Unternehmen …

Wenn wir uns den Dialog mit den Unternehmen anschauen, in deren Wertpapiere wir investieren, hat sich dieser in den letzten Jahren ebenfalls erheblich weiterentwickelt. Ich bin absolut überzeugt davon, dass Unternehmen sehr daran interessiert sind, was wir als Asset Manager über Nachhaltigkeit denken. Traditionell tendieren Unternehmen dazu, eher auf ihre Aktionäre zu hören als auf die Investoren in ihre Anleihen. Doch hier hat sich viel verändert, weil wir jetzt Nachhaltigkeitsfragen systematischer und konsequenter behandeln. Im Dialog über Strategie und Entwicklung, bei dem uns die einzelnen Unternehmen beschreiben, was sie in Bezug auf Nachhaltigkeit wollen, und bei dem wir Fragen stellen und unsere Sicht des Kontextes vermitteln, ergeben sich einige Überlegungen, von denen ich glaube, dass sie von den Unternehmen als wichtiger Input verstanden werden. Gleichzeitig bleiben wir bescheiden und erkennen, dass Geduld in diesem Zusammenhang eine Tugend ist. Angesichts eines Investitionsvolumens von über sieben Milliarden Euro in Unternehmensanleihen glauben wir jedoch, dass wir eine bedeutende Rolle spielen und ein wichtiger Partner sind, sowohl bei der anfänglichen Kreditentscheidung als auch später im laufenden Dialog mit dem Unternehmen.

und intern im Team

Der dritte Bereich, in dem die Sprache eine große Bedeutung hatte, ist intern in meinem Team. Wir verfügen sowohl übereuropäische Investment-Grade- als auch über High-Yield- Strategien, die viele verschiedene Länder und Sektoren abdecken. Die verschiedenen Teammitglieder verfolgen daher unterschiedliche Ansätze und konzentrieren sich auf die täglichen Aufgaben des Portfoliomanagements. Es ist zu einem selbstverständlichen Bestandteil unseres internen Dialogs im Team geworden, Nachhaltigkeit über unsere Strategien hinweg zu betrachten und zu diskutieren und vergleichende sektorübergreifende Analysen durchzuführen.

Es geht nicht nur um Ja oder Nein

In den letzten Jahren hatten wir das klare Ziel, Unternehmen zu finden, die sich aus Nachhaltigkeitssicht auf dem Weg der Verbesserung oder des Wandels befinden. Durch Investitionen und Einflussnahme können wir dabei zu einer positiven Unternehmensentwicklung und vor allem zu einer positiven Renditeentwicklung beitragen. Kurz gesagt: Wir schauen uns Anleiheemittenten mit einem relativ niedrigen ESG-Wert an, um festzustellen, ob sich das Unternehmen verbessern kann. Es ist jedoch ziemlich offensichtlich, dass es bei diesen „Watchlist-Unternehmen“, wie wir sie nennen, in einigen Fällen eher um einzelne kontroverse Punkte ging, die auf spezifische Weise angegangen werden müssen, als um eine dynamische Planung von Veränderungen. Mit anderen Worten: Einige der Fälle wurden auf eine eher binäre Diskussion von Ja oder Nein reduziert und der Dialog über die beabsichtigten Änderungen und ihre langfristigen Auswirkungen kam darüber zu kurz. Im Wesentlichen geht es beim Asset Management um eher langfristige Engagements. Aber in dem Kontext, in dem wir uns für eine Investition in ein Watchlist-Unternehmen entscheiden, gibt es manchmal unangemessene Erwartungen, dass eine positive Entwicklung in einem relativ engen Zeithorizont erreicht wird. Insofern halte ich es für wichtig, dass wir im Investment-Team, das letztendlich für die Investitionsentscheidungen verantwortlich ist, nicht zu sehr an die Erwartung einer schnellen Entwicklung gebunden sind. Denn dies erhöht den Druck und das Risiko, dass wichtige Themen lediglich in den Medien hochgespielt werden, ohne dass sich tatsächlich etwas verändert. Unabhängig davon, ob die Unternehmen in unseren Portfolios hohe oder niedrige ESG-Werte aufweisen, sind bei unserer Vermögensverwaltung Sorgfalt, Geduld und Ausdauer notwendig.