Nachhaltigkeit im Portfolio Fallstricke bei der Einführung von ESG-Reportings

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Im Gegensatz zu Finanz- beziehungsweise Bilanzkennzahlen gibt es jedoch für Unternehmen aktuell keinen weltweiten Standard, wie über ESG-Risiken zu berichten ist. Initiativen wie die Principles for Responsible Investment (PRI) der Vereinten Nationen versuchen Standards in diesem Bereich zu setzen.

ESG-Ratings machen Nachhaltigkeitsansätze messbar

Führende Asset Manager sehen ESG-Ratings mittlerweile nicht bloß als Risikokennzahl. Neben den finanzwirtschaftlichen Kennzahlen ist die Fähigkeit eines Unternehmens, Verantwortung in diesen Bereichen zu übernehmen, auch ein Zeichen für dessen langfristige Erfolgschancen. Ergebnisse dieser Analysen fließen mittlerweile auch in den Anlageprozess von Fonds ein, die nicht explizit nach einem Nachhaltigkeitsansatz verwaltet werden.

Diese Entwicklungen bewegen immer mehr Anleger dazu, ESG-Kriterien im Anlageprozess zu berücksichtigen und die Ergebnisse zu messen. Dadurch kann sichergestellt werden, dass die definierten Vorgaben in diesem Bereich eingehalten werden. Darüber hinaus liefern entsprechende Berichte eine Entscheidungsgrundlage für verantwortliche Organe. Organisationen können so gegenüber ihren Stakeholdern nachweisen, dass sie ihre Verantwortung in diesem Bereich auch wahrnehmen.

Für den Asset Manager ist es wichtig, dass er durch die Vorgabe von ESG-Kriterien in seinen Anlageentscheidungen nicht unverhältnismäßig eingeschränkt wird. Dies könnte einen negativen Einfluss auf die Diversifikation des Portfolios haben. Die Anlageergebnisse könnten dadurch nachteilig beeinträchtigt werden.

Übliche Weltindizes zeigen differenziertes Bild

Wie hoch ist der Standard im Bereich Nachhaltigkeit bei internationalen Unternehmen aktuell? Um ein Gefühl dafür zu geben, haben wir zwei Indizes analysiert, die nicht selten auch als Benchmark in den Kategorien Anleihen und Aktien herangezogen werden. Die Analysen basieren auf ESG-Research-Daten von MSCI: 

1: Skala von 0 (schlecht) bis 10 (sehr gut), 2: United Global Compact: Von den Vereinten Nationen definierte Prinzipien in den Bereichen Menschenrechte, Arbeit, Umwelt, Korruptionsbekämpfung. Im Index befinden sich zum Analysezeitpunkt 14 (Anleihenindex) beziehungsweise 25 (Aktienindex) Unternehmen, die gegen mindestens eine der Vorgaben des UNGC verstoßen.
Quelle: LMM Investment Controlling