Nachhaltige Anleihen Qualität vieler Schwellenländer wird besser

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Viel Handlungsfreiheit trotz Ausschlusskriterien

Um das durch ethisch-nachhaltige Ausschlüsse verkleinerte Anlageuniversum zu kompensieren, reicht es nicht aus, sich auf die vielfach benannten positiven Eigenschaften von ESG-Faktoren zu berufen. Nur erhebliche Anstrengungen in der Portfoliokonstruktion schaffen den notwendigen Spielraum, um die Ineffizienzen der Anlageklasse und die Vorzüge aktiven Managements nutzen zu können.

Die gute Nachricht: Kaum eine Anlageklasse bietet eine so große Vielschichtigkeit in Bezug auf unterschiedliche Risikoprämien wie Anleihen aus Schwellenländern. Nicht nur die Breite des Länder- und Branchenspektrums, sondern auch die Vielfalt an unterschiedlichen Währungsräumen, hilft Anlegern, ihre Portfolien zu diversifizieren. Hartwährungsanleihen in Euro und US-Dollar konkurrieren dabei mit zahlreichen Landeswährungen, die jeweils ihre eigenen Zins- und Inflationsdynamiken besitzen. Zusammengefasst ergibt sich ein Anlageuniversum, das selbst nach Ausschluss der Hälfte aller Emittenten groß genug ist, um ausreichenden Handlungsspielraum zu gewährleisten. Entscheidend ist, dass Anleger die unterschiedlichen Segmente wirksam miteinander kombinieren. Die interessanten Korrelationseigenschaften der Segmente zueinander können dabei helfen, eine Portfoliostruktur deutlich effizienter und krisenfester zu machen.

Ein Mischansatz, wie er beispielsweise im Emerging-Markets-Renten-Fonds der BKC umgesetzt wird, befreit Anleger von der schwierigen Aufgabe, die Allokation innerhalb der unterschiedlichen Teilsegmente selbst steuern zu müssen. Eine solche Strategie muss die nachhaltigkeitsbedingte Einschränkung des Anlageuniversums nicht fürchten. Denn die Integration von Staats- und Unternehmensanleihen aller Bonitätsklassen (CCC+ und schlechter ausgenommen), davon jeweils etwa ein Drittel in Euro, US-Dollar und aktuell 17 Lokalwährungen, ermöglicht ein flexibles und breit diversifiziertes Portfolio.

Wenn Staatsanleihen einzelner Länder von der Anlage ausgeschlossen werden, können bewusste Investitionen in Unternehmen aus den betroffenen Ländern die Lücke füllen. Interessanterweise fallen asiatische Staaten aufgrund von Demokratiedefiziten oder auch der Todesstrafe besonders häufig aus dem Anlageuniversum heraus. Gleichzeitig erfüllen Unternehmensanleihen aus dieser Region vergleichsweise hohe Nachhaltigkeitsstandards.

Mit Hilfe des Mischansatzes lassen sich auch Ineffizienzen zwischen einzelnen Segmenten ausnutzen. Ein Beispiel: Mit Euro-Anleihen lassen sich oftmals höhere Risikoprämien vereinnahmen als mit US-Dollar-Pendants des gleichen Emittenten. Grund dafür sind die bestehenden Marktstrukturen. Andererseits ist es wichtig, auch US-Dollar-Anlagen im Portfolio zu halten, denn gerade in turbulenteren Marktphasen wirken US-Dollar und US-Dollar-korrelierte Währungen als natürliche Absicherung gegenüber Ausweitungen bei Risikoaufschlägen. Auf kostspielige Währungsabsicherung kann bewusst verzichtet werden.

Die Vielschichtigkeit reduziert die Volatilität und das Fondsrisiko, ohne dass dabei nennenswerte Abschläge bei der Rendite in Kauf genommen werden müssen. Der Emerging-Markets-Renten-Fonds der BKC erwirtschaftet aktuell eine laufende Rendite von 4,8 Prozent und bleibt dabei einer der defensivsten und schwankungsärmsten Fonds des Segments. Sowohl Bonitäts- als auch Durationsrisiken sind klar begrenzt: Die Durchschnittsbonität beläuft sich auf BBB, die Zinsbindungsdauer beträgt zirka 5,8 Jahre.


Über den Autor:
Marian Heller ist Portfoliomanager bei der Bank für Kirche und Caritas (BKC). Er betreut den Emerging-Markets-Renten-Fonds der BKC. Heller ist ausgebildeter Finanzanalyst und trägt den Titel Chartered Financial Analyst (CFA).

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