8. Immobilienumfrage von Universal-Investment Nachfrage nach Logistik und Wohnen steigt sprunghaft

Hinweisschild für eine Apotheke an einem Ärztehaus in Berlin

Hinweisschild für eine Apotheke an einem Ärztehaus in Berlin: Großanleger wollen vermehrt Gesundheitsimmobilien kaufen. Foto: imago images / Reiner Zensen

Das Interesse institutioneller Anleger an der Asset-Klasse Immobilien hält an. Das zeigt eine aktuelle Umfrage von Universal-Investment. An der inzwischen achten Immobilienumfrage, die von Universal-Investment einmal im Jahr durchgeführt wird, beteiligten sich Großanleger mit Kapitalanlagen im Gesamtwert von 225,7 Milliarden Euro und einem Immobilienportfolio von rund 40,6 Milliarden Euro.

Etwa jeder zweite Befragte (51,4 Prozent (im Vorjahr: 54,0 Prozent)) legt den Investitionsschwerpunkt auf Deutschland. Andere europäische Länder bleiben laut Universal-Investment ebenfalls interessante Investitionsstandorte mit 28,8 Prozent (31,0 Prozent). Verstärkt auf dem Radar seien Asien und der Pazifikraum. Hier will in Zukunft jeder Zehnte (10,9 Prozent) der Befragten Immobilien kaufen – gegenüber 9,0 Prozent im Jahr zuvor. Damit liegt dieser Markt in der Gunst der Anleger sogar noch vor Nordamerika mit 8,8 Prozent (4,0 Prozent).

Die Mehrheit der Befragten habe sich mit dem Preisniveau auf dem deutschen und dem europäischen Immobilienmarkt arrangiert, so Universal-Investment. Knapp neun von zehn (85,7 Prozent) schätzen die Preise zwar als hoch, aber noch akzeptabel ein.

Nachfrage nach Logistik springt hoch

Wie die Umfrage außerdem zeigt, ist die Nachfrage nach Logistik- und Wohnimmobilien sprunghaft angestiegen. Erstmals seit der ersten Umfrage im Jahr 2013 stehen nun Wohnimmobilien mit knappem Vorsprung an der Spitze der geplanten Neuinvestitionen. Rund jeder dritte Befragte (34,1 Prozent) will hier investieren, nach 23,0 Prozent im Vorjahr. Dagegen brach die Zahl der Anleger, die Büroimmobilien kaufen möchten, um mehr als 20 Prozentpunkte auf 31,6 Prozent ein. Auf Platz drei folgen mit 17,4 Prozent Logistikimmobilien (Vorjahr: 8,0 Prozent). Einzelhandelsobjekte liegen hingegen nach wie vor auf niedrigem Niveau (8,6 Prozent). Das Interesse an Hotels ist um knapp die Hälfte auf 4,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (8,0 Prozent) gesunken.

Neben den allgemeinen Sektoren, Wohnen, Büro und Einzelhandel sind bei den Neuinvestitionen in neuere Nutzungsarten Gesundheitsimmobilien für rund 50 Prozent interessant, dicht gefolgt von Seniorenresidenzen mit 42,9 Prozent (Vorjahr: 17,7 Prozent). Den diesjährigen Spitzenwert erreichen Gebäude der öffentlichen Hand mit 57,1 Prozent.

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Gefragt nach den Auswirkungen durch die Corona-Virus-Pandemie schauen die Anleger besonders pessimistisch auf das Segment Hotel. Hier befürchten alle Befragten negative Auswirkungen. Bei den negativ betroffenen Nutzungsarten folgen dann mit 78,6 Prozent Einzelhandelsimmobilien und insbesondere Shoppingcenter sowie Haupteinkaufsstraßen. Auch Co-Working-Objekte werden mit 71,4 Prozent besonders kritisch betrachtet. Hingegen sehen die Anleger positive Effekte bei Logistik-Objekten (85,7 Prozent), gefolgt von Wohnimmobilien (42,9 Prozent) sowie Gesundheitsimmobilien (35,7 Prozent).

Beliebteste Anlageform sind offene Immobilienspezialfonds

Offene Immobilienspezialfonds nach dem Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) sind nach wie vor die beliebteste Anlageform der institutionellen Investoren, auch wenn die Präferenz auf 41,6 Prozent abgenommen hat (2019: 76,5 Prozent). Ein zunehmendes Interesse hingegen verzeichnet Universal-Investment in der Umfrage für nahezu alle Luxemburger Anlagevehikel. 

Offene Immobilienspezialfonds nach Luxemburger Recht haben ebenso zugelegt wie sogenannte einfache Kommanditgesellschaften (SCS) und Spezialkommanditgesellschaften (SCSp). Ebenfalls im Aufwind befinden sich Reserved Alternative Investment Funds (Raif).