Nachfolger von Jürg Zeltner Deutsche Bank beruft Sigmar Gabriel zum Aufsichtsrat

Sigmar Gabriel: Die Berufung des ehemaligen SPD-Chefs braucht noch die Zustimmung der Aktionäre auf der nächsten Hauptversammlung. | © Getty Images

Sigmar Gabriel: Die Berufung des ehemaligen SPD-Chefs braucht noch die Zustimmung der Aktionäre auf der nächsten Hauptversammlung. Foto: Getty Images

Die Deutsche Bank hat Sigmar Gabriel als neues Mitglied des Aufsichtsrats nominiert. Er soll Jürg Zeltner nachfolgen, der sein Mandat Ende vergangenen Jahres niedergelegt hatte. Die Berufung des ehemaligen SPD-Chefs braucht noch die Zustimmung der Aktionäre auf der nächsten Hauptversammlung.

Der Vorschlag, den 60-Jährigen ins oberste Kontrollgremium der Deutschen Bank zu berufen, geht laut „Spiegel“ auf den Aufsichtsratsvorsitzenden Paul Achleitner zurück. Der neue Mann im Aufsichtsrat folgt auf Jürg Zeltner, der sein Mandat nach Bedenken der Bafin im Oktober 2019 niedergelegt hatte. Auslöser waren mögliche Interessenskonflikte durch Zeltners Rolle als Chef der Luxemburger Privatbankengruppe KBL European Private Bankers (KBL epb).

Die Berufung sei für ihn eine große Ehre, so Gabriel, der Ende vergangenen Jahres nach 14 Jahren als Abgeordneter aus dem Bundestag ausgeschieden war. Kurz zuvor hatten Spekulationen über sein geplanter Wechsel an die Spitze des Verbands der Automobilindustrie (VDA) für Wirbel gesorgt. Gabriel hatte sich daraufhin gegen den Posten des VDA-Präsidenten entschieden.

Im Zuge seiner jahrzehntelangen politischen Karriere hatte Gabriel verschiedene politische Ämter ausgeübt. Von Dezember 2013 bis März 2018 war er Vizekanzler der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt neun Jahre lang gehörte er dem Kabinett von Bundeskanzlerin Angela Merkel an, zunächst als Bundesminister für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, dann als Bundesminister für Wirtschaft und Energie und zuletzt als Außenminister.

Von 2009 bis 2017 war Gabriel Bundesvorsitzender der SPD und von 2005 bis November 2019 Mitglied des Deutschen Bundestags. Vor seiner Laufbahn auf Bundesebene war er als Nachfolger von Gerhard Schröder von 1999 bis 2003 Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

Seit seinem Rückzug aus der Bundesregierung ist Gabriel in verschiedenen internationalen Gremien und Organisationen aktiv. Seit Juni 2019 ist er in ehrenamtlicher Funktion Vorsitzender der Atlantik-Brücke, Mitglied im Vorstand der International Crisis Group sowie Mitglied der Trilateralen Kommission und des European Council on Foreign Relations. Beruflich berät Gabriel zudem Unternehmen zu internationalen Fragen.