Grundsätzlich sind beide Generationswechsel im Family Office herausfordernd und gehören sicherlich nicht zum „Tagesgeschäft“. Wie kann also ein erfolgreicher Generationswechsel unterstützt und bestmöglich umgesetzt werden? Hier haben sich drei grobe Handlungsempfehlungen als erfolgreich erwiesen: rechtzeitige Planung, offene Kommunikation und die Begleitung durch einen Beirat und/oder externen Berater.
Auch wenn die rechtzeitige Planung von Generationswechseln intuitiv einfach erscheint, so ist diese doch in der Praxis schwerer als häufig angenommen. Es besteht ein natürlicher Wunsch, den Status Quo zu erhalten. Ein erfolgreicher Generationswechsel bedarf aber Zeit. Ziele, Werte, Strategien und Prozesse über Generationen hinweg zu diskutieren und gemeinsam abzustimmen, geht nicht von heute auf morgen. Auch für die Suche nach einem neuen Family Officer sind mit der Suchdauer, Kündigungsfristen und Übergabezeiten ein bis zwei Jahre einzurechnen. Rechtzeitige Planung ist also ein Schlüssel zum Erfolg.
Auf ein offenes Wort
Offene Kommunikation erscheint ebenfalls trivial, ist aber nicht minder anspruchsvoll. An alle Teilnehmer der Familie werden hier hohe Anforderungen in Bezug auf einen wirklich offenen Austausch von Fakten, Meinungen und Gefühlen gestellt. Ziel ist es, ein wirkliches Verständnis aller Familienmitglieder zu erlangen, um daraus eine mögliche (Neu-)Aufstellung des Family Offices abzuleiten.
Da es immer schwer ist, sich selber zu hinterfragen und zu disziplinieren, ist die Nutzung eines Beirates und/oder eines externen Beraters für die Durchführung des Generationswechsels ein weiteres, wichtiges Hilfsmittel. Es gibt wahrscheinlich wenige Themen für einen Beirat, die wichtiger sind als die Unterstützung bei einem Generationswechsel. Der Beirat kann eine strukturierende, moderierende und weniger emotionale Rolle einnehmen und die Familie somit sowohl inhaltlich, aber vor allem auch prozessual, durch das spannende „Projekt Generationswechsel“ führen.
Sollte nicht bereits ein Beirat für das Family Office bestehen, so ist ein Generationswechsel ein sehr guter Grund, über den Aufbau eines Beirats nachzudenken oder zumindest einen Spezialisten zur Beratung hinzuzuziehen. Nicht zuletzt gibt es hier auch spezialisierte Berater(innen), die eine umfangreiche Erfahrung in der Begleitung von Unternehmerfamilien in diesen Situationen mitbringen.
Über den Autor:
Dr. Marc Viebahn ist Partner der Personalberatung Interconsilium. Er berät Unternehmer in allen Personalfragen, darunter dem Besetzen von Geschäftsführungspositionen, dem Aufbau eines Family Office oder der Suche nach Beiräten und Aufsichtsräten.
