Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) reagiert auf gescheiterte US-Immobilieninvestments mit einem umfassenden Maßnahmenprogramm. Deutschlands größte öffentliche Pensionskasse hatte rund 1,6 Milliarden Euro investiert – und muss nun wohl mit Verlusten von bis zu 853 Millionen Euro rechnen.
Wertberichtigungen bereits vorgenommen
Für das Geschäftsjahr 2024 nahm die BVK auf Ebene der Zielfonds bereits Wertberichtigungen in Höhe von 163 Millionen Euro vor. Bei vier besonders risikobehafteten Entwicklungs- und Renovierungsprojekten besteht nach eigenen Angaben ein weiteres Verlustrisiko von bis zu 690 Millionen Euro. Das Gesamtengagement bei den betroffenen Investments mit den Partnern Deutsche Finance und Shvo entspricht knapp 1,4 Prozent der Kapitalanlage zum Jahresende 2024. Das Versorgungswerk verwaltet rund 120 Milliarden Euro Rentengelder von bayerischen Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes.
„Der verantwortungsvolle Umgang mit den Beiträgen unserer Versicherten ist unsere oberste Pflicht", sagt Axel Uttenreuther, Vorstandsvorsitzender der BVK. Die Verluste würden durch Erträge aus anderen Assetklassen kompensiert. Mit einer Nettoverzinsung von 3,4 Prozent habe man 2024 die erforderlichen Mindestverzinsungen übertroffen. Auswirkungen auf die Versorgungszusagen für 2,7 Millionen Mitglieder schließt die BVK aus.
„Wir bedauern, dass es in den USA im Immobiliengeschäft zu Verlusten gekommen ist. Zugleich ist es wichtig festzuhalten, dass diese durch die guten Ergebnisse aus den anderen Assetklassen gemäß unserer Diversifizierungsstrategie kompensiert werden“, so Uttenreuther, der ergänzt: „Auch für die Zukunft gilt: Die Altersvorsorge unserer Versicherten ist sicher.“
Externer Manager soll Prozesse überprüfen
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Die Bayerische Versorgungskammer (BVK) reagiert auf gescheiterte US-Immobilieninvestments mit einem umfassenden Maßnahmenprogramm. Deutschlands größte öffentliche Pensionskasse hatte rund 1,6 Milliarden Euro investiert – und muss nun wohl mit Verlusten von bis zu 853 Millionen Euro rechnen.
Wertberichtigungen bereits vorgenommen
Für das Geschäftsjahr 2024 nahm die BVK auf Ebene der Zielfonds bereits Wertberichtigungen in Höhe von 163 Millionen Euro vor. Bei vier besonders risikobehafteten Entwicklungs- und Renovierungsprojekten besteht nach eigenen Angaben ein weiteres Verlustrisiko von bis zu 690 Millionen Euro. Das Gesamtengagement bei den betroffenen Investments mit den Partnern Deutsche Finance und Shvo entspricht knapp 1,4 Prozent der Kapitalanlage zum Jahresende 2024. Das Versorgungswerk verwaltet rund 120 Milliarden Euro Rentengelder von bayerischen Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes.
„Der verantwortungsvolle Umgang mit den Beiträgen unserer Versicherten ist unsere oberste Pflicht", sagt Axel Uttenreuther, Vorstandsvorsitzender der BVK. Die Verluste würden durch Erträge aus anderen Assetklassen kompensiert. Mit einer Nettoverzinsung von 3,4 Prozent habe man 2024 die erforderlichen Mindestverzinsungen übertroffen. Auswirkungen auf die Versorgungszusagen für 2,7 Millionen Mitglieder schließt die BVK aus.
„Wir bedauern, dass es in den USA im Immobiliengeschäft zu Verlusten gekommen ist. Zugleich ist es wichtig festzuhalten, dass diese durch die guten Ergebnisse aus den anderen Assetklassen gemäß unserer Diversifizierungsstrategie kompensiert werden“, so Uttenreuther, der ergänzt: „Auch für die Zukunft gilt: Die Altersvorsorge unserer Versicherten ist sicher.“
Externer Manager soll Prozesse überprüfen
Als Reaktion beruft die BVK für eine Übergangszeit einen externen Manager an die Spitze des Immobilienbereichs. Dieser soll bestehende Verfahren unabhängig überprüfen und Prozesse optimieren. Unterstützt werden soll er durch renommierte Beratungs- oder Prüfungsgesellschaften. Eine Anfrage die Redaktion, wollte die BVK nicht mitteilen, welcher externe Manager engagiert wird oder bereits engagiert wurde.
Darüber hinaus verschärft die Versorgungskammer ihre Standards für die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Ein eigenständiger "Know-Your-Customer"-Prozess (KYC) wurde bereits etabliert, um Geschäftspartner zusätzlich zu prüfen.
Mögliche Compliance-Verstöße werden untersucht
Die BVK will zudem ihre Compliance-Organisation stärken. Externe Experten sollen untersuchen, wie es zu möglichen Compliance-Verstößen im Zusammenhang mit den US-Investments kommen konnte. Das Frühwarnsystem soll verbessert werden. Auch die Kommunikation mit den Gremien der vertretenen Versorgungseinrichtungen will die BVK intensivieren.
Bei drei weiteren Bestandsobjekten mit einem Investitionsvolumen von rund 770 Millionen Euro sieht die BVK keine vergleichbaren Risiken. Temporäre buchhalterische Wertberichtigungen könnten jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Wegen Kündigungsschutzklage vor Gericht
Mitte September fand in diesem Zusammenhang am Arbeitsgericht München eine Güteverhandlung im Rahmen einer Kündigungsschutzklage statt. Zu dem laufenden Verfahren können sich die Verantwortlichen der BVK aus Gründen der Vertraulichkeit und mit Blick auf Persönlichkeitsrechte nicht weiter äußern.