Nach Vereinbarung mit Euro CCP Deutsche-Börse-Tochter erhält Konkurrenz im Clearing-Geschäft

Händler auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse: Anleger können vermutlich bald frei wählen, über wen sie künfitg ihre Aktientransaktionen verrechnen lassen wollen. | © Deutsche Börse

Händler auf dem Parkett der Frankfurter Wertpapierbörse: Anleger können vermutlich bald frei wählen, über wen sie künfitg ihre Aktientransaktionen verrechnen lassen wollen. Foto: Deutsche Börse

Marktteilnehmer der Frankfurter Wertpapierbörse Xetra sollen künftig erstmals wählen können, wie sie Aktientransaktionen clearen – sprich verrechnen – lassen. Das berichtet die „Börsen-Zeitung“ in ihrer heutigen Ausgabe (bezahlpflichtig). Darin bezieht sich die Zeitung auf eine Mitteilung des niederländischen Clearinghauses Euro CCP, das den Abschluss einer Vereinbarung mit der Deutschen Börse – Träger der öffentlich-rechtlichen Frankfurter Wertpapierbörse – bekannt gibt.

Demnach regelt die Vereinbarung, wie Euro CCP Zugang zu den Xetra-Transaktionsdaten erhalten soll. Vorgesehen sei ein Angebot, in dem Xetra-Teilnehmer ihr bevorzugtes Clearinghaus angeben können, ein sogenanntes Preferred-CCP-Modell. Geben beide Gegenparteien in einer Kassamarkttransaktion an, dass sie Euro CCP als bevorzugtes Clearinghaus nutzen wollen, wird die Transaktion auch über das Haus verrechnet, heißt es.

Damit erhält der von Eurex Clearing – eine Deutsche-Börse-Tochter – betriebene zentrale Kontrahent für Aktien Konkurrenz. Ein zentraler Kontrahent tritt im Wertpapier- und Derivatehandel an der Börse als Vertragspartner zwischen Verkäufer und Käufer. Laut „Börsen-Zeitung“ hat der zentrale Kontrahent 2017 rund 35 Millionen Euro oder 20 Prozent zu den Nettoerlösen im Segment Xetra der Deutschen Börse beigesteuert.

Euro CCP erwartet, dass der Start-Termin im ersten Quartal 2019 liegt, vorbehaltlich der behördlichen Genehmigung durch das hessische Wirtschaftsministerium als Aufsicht der Frankfurter Wertpapierbörse. Das niederländische Clearinghaus verspricht günstigere Preise für das Verrechnen von Transaktionen und verbesserte operative Prozesse.