Nach Schiedsgericht Raiffeisen und Vontobel kooperieren auch nach 2017

Ihre Häuser wollen bis 2020 kooperieren: Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bankengruppe Patrik Gisel (l.) und Vontobel-Geschäftsführer Zeno Staub

Ihre Häuser wollen bis 2020 kooperieren: Vorstandsvorsitzender der Raiffeisen Bankengruppe Patrik Gisel (l.) und Vontobel-Geschäftsführer Zeno Staub

Die Schweizer Raiffeisen Gruppe hat eine über 2017 hinausgehende Zusammenarbeit mit der Privatbank Vontobel beschlossen. Damit wird Vontobel bis 2020 Raiffeisen weiterhin in bestimmten Teilbereichen des Asset Managements und des Wertschriftengeschäfts Partner bleiben, teilten beide Unternehmen mit.

Nach der Kündigung des Kooperationsvertrages durch die Raiffeisen Gruppe per Mitte 2017 und den schiedsgerichtlichen Auseinandersetzungen habe sich in Gesprächen gezeigt, dass eine Zusammenarbeit in verschiedenen Feldern für beide Partner weiterhin vorteilhaft sei.

Die neuen Abmachungen betreffen den Angaben zufolge die Zusammenarbeit in den Bereichen Anlageprodukte und Wertschriftenabwicklung und haben eine Laufzeit bis mindestens Ende 2020. Der bestehende und bis Juni 2017 geltende Kooperations-Vertrag gilt weiterhin bis zum Vertragsende.

Hintergrund der Streitigkeiten

Die Zusammenarbeit zwischen den beiden Instituten reicht zurück bis 2004, schreibt das Onlineportal „Finews“. Damals gaben die Verantwortlichen bekannt, fortan zu kooperieren. Gleichzeitig beteiligte sich die Raiffeisen Gruppe an der Privatbank mit 12,5 Prozent. Lange Zeit ging das gut: Die Genossenschaftler profitierten vom Know-how Vontobels in der Produktwelt, während diese einen wertvollen Vertriebskanal hatten.

Erst mit dem Kauf der Privatbank Notenstein 2012 kam es zu Schwierigkeiten. Der damalige Vorstandsvorsitzende Pierin Vincenz wollte Raiffeisen mit Strukturierten Produkten aus den Händen des Neuerwerbs ausstatten. Dagegen wehrte sich Vontobel. Ein Schiedsgericht musste entscheiden.