Izzy Englander hat erstmals einen Anteil von rund 15 Prozent an seinem Hedgefonds Millennium verkauft. Der Preis lag demnach bei 2 Milliarden US-Dollar, womit Mellenium einen Wert von 14 Milliarden Dollar hat. Das berichtet Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.
Das Unternehmen schloss den Verkauf einer „Minderheitsbeteiligung an der Verwaltungsgesellschaft von Millennium" ab, wie aus einer Mitteilung an die Mitarbeiter hervorgeht, in der die Namen der Investoren nicht genannt wurden. Der Verkauf verteilt das Eigentum auf mehrere große Institutionen, vermögende Investoren und die Führungsspitze von Millennium.
Für Englander, der das Unternehmen 1989 gründete, ist es das erste Mal, dass er sich von einem Anteil trennt. Bislang befand sich das Unternehmen, das mehr als 79 Milliarden US-Dollar verwaltet, vollständig im Besitz des 77-jährigen Englander und verbundener Unternehmen. Mit dem Schritt bereitet er einen der weltweit größten Hedgefonds auf die Zeit vor, in der er nicht mehr an der Spitze stehen wird.
Lebenswerk zum Marktwert bewertet
Englanders kompromissloser Ansatz beim Risikomanagement – bei dem schon ein kleiner Verlust eines Portfoliomanagers das Ende bedeuten kann – hat Millennium an die Spitze der Wall Street gebracht. „Indem er dem Unternehmen einen externen Preis zuweist, bewertet Izzy Englander sein Lebenswerk effektiv zum Marktwert", sagte Bruno Schneller, geschäftsführender Gesellschafter des Multi-Family-Office Erlen Capital Management, gegenüber Bloomberg.
Durch den Verkauf von Anteilen an eine neue Generation von Führungskräften stelle Englander sicher, dass „die Kultur und Unternehmensführung von Millennium auch nach dem Ausscheiden des Gründers fortbestehen, was in dieser Branche das schwierigste Problem darstellt", so Schneller.
Auch Hedgefonds haben Nachfolge-Probleme
Englander hat laut Millennium-Insidern vorerst keine Pläne, das Unternehmen zu verlassen. Dennoch markiert diese Entwicklung einen Wendepunkt für einen Hedgefonds-Giganten – eine Persönlichkeit, die zu den größten Namen der Branche zählt und zusammen mit Ken Griffin von Citadel dazu beigetragen hat, die Art und Weise zu verändern, wie Hedgefonds heute Geld verwalten.