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Der lange Höhenflug des Goldpreises ist ins Stocken geraten – im laufenden Quartal ging es um mehr als elf Prozent nach unten. Nun zieht eine erste große Bank Konsequenzen.
Die Deutsche Bank rudert bei ihren Goldprognosen zurück. Für das dritte Quartal kalkuliert das Institut jetzt mit 4.300 Dollar je Unze, ein Abschlag von rund 22 Prozent. Auch das Ziel fürs Jahresende schraubt Analyst Michael Hsueh nach unten, auf 4.800 Dollar und damit 17 Prozent niedriger als bisher. Beide Werte übertreffen den aktuellen Kurs von etwa 4.140 Dollar zwar noch, signalisieren aber spürbar weniger Zuversicht.
US-Geldpolitik als Treiber
Den Stimmungsumschwung führt Hsueh vor allem auf die US-Geldpolitik zurück. Die Märkte preisen inzwischen eine härtere Linie der Notenbank ein, und solide Konjunkturdaten untermauern diese Erwartung. Bei seinem Debüt an der Fed-Spitze stellte sich Kevin Warsh dieser Lesart nicht entgegen, sondern rückte die Preisstabilität in den Vordergrund. Zieht die Fed die Zinsen drei- bis viermal an, könnte der Goldpreis nach Hsuehs Rechnung bis auf 3.800 Dollar abrutschen.
Auch die Anleger drücken auf den Kurs: Aus börsengehandelten Goldfonds ziehen sie laufend Geld ab, und in China zahlen Käufer mittlerweile weniger als am Weltmarkt statt wie früher einen Aufschlag. Verlässliche Nachfragen kommen nur noch von den Notenbanken, allen voran jene der Schwellenländer.
Fast geschafft
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Erst vor wenigen Wochen hatte die Deutsche Bank dem Goldpreis langfristig bis zu 8.000 Dollar je Unze zugetraut. Dabei handelte es sich nicht um eine offizielle Prognose, sondern um ein Szenario: Heben die Notenbanken den Goldanteil an ihren Reserven von rund 30 auf 40 Prozent an, ließe sich der Preis binnen fünf Jahren um knapp 80 Prozent steigern. Als treibende Kraft nannte die Bank schon damals die Zentralbanken. Jene Säule, die sie auch jetzt als einzige verlässliche Stütze einordnet. Eine Umfrage des World Gold Council hatte zuvor gezeigt, dass viele Notenbanken ihre Goldreserven angesichts wirtschaftlicher und geopolitischer Unsicherheiten weiter ausbauen wollen.
Auch Goldman Sachs senkte sein Jahresendziel zuletzt um 500 auf 4.900 Dollar.