Munich Re will zukaufen „Spezialversicherer und klassische Erstversicherer würden gut passen“

Ist seit April 2017 Chef der Munich Re: Joachim Wenning.  | © Munich Re

Ist seit April 2017 Chef der Munich Re: Joachim Wenning. Foto: Munich Re

Der größte Rückversicherungskonzern der Welt, die Munich Re, will offenbar sein Versicherungsgeschäft durch Zukäufe ausdehnen. Der seit April 2017 amtierende Vorstandsvorsitzende der Munich Re, Joachim Wenning, kündigte in einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin „Euro“ Zukäufe an. „Grundsätzlich passen Spezialversicherer in ausgesuchten Nischen gut“, so Wenning. Hier wachse man seit zehn Jahren vornehmlich durch Übernahmen. „Und wir haben weiter Appetit.“

Munich Re ist in sämtlichen Versicherungssparten vertreten und beschäftigt weltweit 42.000 Mitarbeiter. Ihre Erstversicherungsaktivitäten bündeln die Münchner vor allem in der Tochtergesellschaft Ergo. Weltweit ist die Gruppe in über 30 Ländern vertreten und konzentriert sich auf die Regionen Europa und Asien. 

Die klassische Erstversicherung käme für Zukäufe in Frage. Voraussetzung sei, dass deren Umbau wie geplant im Jahr 2021 abgeschlossen sei, so Wenning. „In der Rückversicherung sind Übernahmen dagegen sehr unwahrscheinlich. Sie würden keinen Mehrwert für Aktionäre bieten, argumentiert der Vorstandsvorsitzende.

Wie dem Interview ebenfalls zu entnehmen ist, sieht Wenning den Versicherer bei seinen mittelfristigen Gewinnzielen auf Kurs: „Unser Ziel bleibt, 2020 einen Gewinn von 2,8 Milliarden Euro zu erreichen.“ Besondere Wachstumschancen verspricht sich der Vorstandschef in der Versicherung der zunehmenden Schäden durch Cyberkriminalität: „Die Schäden dort werden heute weltweit bereits auf 600 Milliarden Dollar geschätzt. Über Cyber-Versicherungen sind nicht einmal ein Prozent davon abgedeckt.“ Schäden und Versicherungen werden stark wachsen, „und wir werden mit von der Partie sein“, so Wenning.

Der Munich-Re-Chef stellte in dem Interview weitere Dividendenerhöhugen bei wachsenden Erträgen in Aussicht (2018: 9,25 Euro nach 8,60 Euro im Vorjahr). „Wir haben auch auf lange Sicht die Ambition, die Ausschüttung nicht zu senken und sie wenn möglich zu steigern. Das ist uns seit 1969 in jedem Jahr gelungen.“