Der deutsche Small- und Midcap-M&A-Markt hat im zweiten Halbjahr 2025 seinen Boden erreicht, erklären die Experten von Dealcircle. Basis ihrer Analyse ist eine Umfrage, an der mehr als 1.000 M&A-Berater, Private-Equity-Investoren und strategische Käufer teilgenommen haben.
„Käufer agieren vorsichtig, Verkäufer halten ihre Unternehmen oft zurück – in der Hoffnung, in einem Jahr bessere Preise zu erzielen.“ Kai Hesselmann, Dealcircle
Markt stabilisiert sich auf niedrigem Niveau
Demanch zeigt der Markt nach mehreren Quartalen rückläufiger Transaktionen und sinkender Multiples erstmals eine Seitwärtsbewegung. Rund 89 Prozent der Befragten erwarten stabile Bewertungen, nur 12 Prozent rechnen mit steigenden Preisen. Käufer agieren vorsichtig, Verkäufer halten ihre Unternehmen oft zurück – in der Hoffnung, in einem Jahr bessere Preise zu erzielen.
An wie vielen Transaktionen waren Sie persönlich im 1. Halbjahr 2025 beteiligt?
In welchen Größenordnungen lagen diese Transaktionen im 1. Halbjahr 2025 überwiegend?
Viele Deals scheitern an unrealistischen Preisvorstellungen
Laut den Studienmachern enden zahlreiche Prozesse ohne Abschluss. Zu hohe Kaufpreiserwartungen sind mit 21 Prozent der häufigste Abbruchgrund, gefolgt von Rückgängen im laufenden Geschäft (20 Prozent) und Vertrauensverlusten in der Due Diligence (14 Prozent). Fehlende Finanzierungen führen in 12 Prozent der Fälle zum Scheitern. Dealcircle rät zu mehr Realismus und Vorbereitung, um Transaktionen nicht zu gefährden.
Unternehmensnachfolgen prägen den Markt weiterhin. In Deutschland stehen jährlich rund 200.000 Firmen vor einer Übergabe. Doch gerade profitable Mittelständler warten ab. Aktive Verkäufer sind häufig Inhaber durchschnittlicher Betriebe, was zu einem Überangebot weniger attraktiver Targets führt. Für Käufer bedeutet das: mehr Auswahl, aber geringere Qualität.
Wie bewerten Sie die folgenden Punkte im M&A-Markt im 1. Halbjahr 2025?
Wie schätzen Sie die folgenden Punkte im M&A-Markt in den nächsten 12 Monaten ein?
Welche Faktoren werden den M&A-Markt in den nächsten 12 Monaten beeinflussen?
Private Equity im Exit-Stau
Strategische Käufer sind derzeit die aktivste Gruppe. Private-Equity-Gesellschaften zeigen sich zurückhaltend, da viele Beteiligungen seit Jahren im Portfolio liegen. Rund 500 Investments in Deutschland sind laut Dealcircle länger als fünf Jahre im Bestand. Strategen nutzen die Situation, um gezielt zuzukaufen, während Finanzinvestoren sich auf Add-on-Akquisitionen konzentrieren.
„Private Equity sitzt auf 500 Beteiligungen, die eigentlich verkauft werden müssten.“ Kai Hesselmann, Dealcircle
Finanzierung bleibt Engpass: Trotz leicht sinkender Zinsen verbessert sich die Finanzierungslage kaum. Drei Viertel der Befragten sehen keine Erleichterung. Banken finanzieren meist nur bis zum 3,5- bis 4-fachen Ebitda, Private-Debt-Anbieter gewinnen zwar an Bedeutung, bleiben aber teurer. Erst 2026 erwarten die Befragten in diesem Bereich eine nachhaltige Belebung.
Käufer fokussieren sich auf Technologie, Healthcare, Energie und Business Services. Zyklische Branchen wie Bau, Logistik und Automotive verlieren an Relevanz. Digitale Geschäftsmodelle, Nachhaltigkeit und Automatisierung gelten als Stabilitätsanker – nicht als Wachstumsfantasie.
Wie bewerten Sie die folgenden Punkte im M&A-Markt im 1. Halbjahr 2025?
Wie schätzen Sie die folgenden Punkte im M&A-Markt in den nächsten 12 Monaten ein?
Welche Faktoren werden den M&A-Markt in den nächsten 12 Monaten beeinflussen?
Mit welcher Art von Investoren haben Sie im 1. Halbjahr 2025 die meisten Transaktionen abgeschlossen? (Mehrfachnennungen möglich)
Wie stark war im 1. Halbjahr 2025 das Käuferinteresse in den folgenden Branchen?
Politische Unsicherheit belastet zusätzlich
38 Prozent der Befragten nennen Handels- und Zollkonflikte als Belastungsfaktor, 28 Prozent sehen die Finanzierungsbedingungen als größtes Problem. Themen wie KI oder ESG spielen eine untergeordnete Rolle. Die Mehrheit bewertet den Einfluss der Bundesregierung auf die Wirtschaft als gering. Hauptforderungen an die Politik sind Bürokratieabbau, Digitalisierung und steuerliche Entlastung.
Welche Faktoren haben im 1. Halbjahr 2025 am häufigsten zum Abbruch von Transaktionen geführt - und welche Faktoren werden Relevanz in den nächsten 12 Monaten haben?
Ausblick für M&A: Hoffen auf 2026
Laut den Dealcircle-Experten bleibt 2025 weiterhin ein Jahr der Konsolidierung und Vorbereitung. Verkäufer professionalisieren ihre Unterlagen, Käufer richten sich strategisch neu aus. Für 2026 erwarten die Marktteilnehmer eine deutlich höhere Aktivität – getrieben von sinkenden Zinsen, steigenden Bewertungen und wachsendem Exit-Druck bei Private-Equity-Häusern.