M&A-Deals nehmen nach Angaben der UBS-Experten wieder Fahrt auf: Nach einer zähen Phase der Unsicherheit steigt das M&A-Volumen weltweit in den ersten neun Monaten 2025 um rund 25 Prozent gestiegen und soll voraussichtlich erstmals seit 2021 wieder die Marke von 4 Billionen US-Dollar überschreiten.
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M&A-Deals nehmen nach Angaben der UBS-Experten wieder Fahrt auf: Nach einer zähen Phase der Unsicherheit steigt das M&A-Volumen weltweit in den ersten neun Monaten 2025 um rund 25 Prozent gestiegen und soll voraussichtlich erstmals seit 2021 wieder die Marke von 4 Billionen US-Dollar überschreiten.
„Die Kombination aus niedrigen Zinssätzen, einem stabilen konjunkturellen Umfeld und verbesserten Bedingungen für Transaktionen schafft nicht nur Opportunitäten für den Bereich Private Equity, sondern auch für Banken und das Vertrauen in die Kapitalmärkte insgesamt“, erklärt Tobias Vogel, Vorstandsvorsitzender (CEO) der UBS Europe.
Vom gestiegenen M&A-Momentum sollten vor allem die Equity-Capital-Markets-Bereiche von globalen Investmentbanken profitieren: „Auch wenn im bisherigen Jahresverlauf die europäischen Deal-Volumina geringer als in Nordamerika ausgefallen sind, verzeichneten die asiatischen Märkte und Europa eine höhere Anzahl an Transaktionen, was viele Möglichkeiten für europäische Banken mit sich bringt.“
Deutliche Erholung nach drei Jahren Flaute
Nach einem Rekordvolumen von rund sechs Billionen US-Dollar im Jahr 2021 war das weltweite Transaktionsgeschäft infolge wirtschaftlicher Unsicherheiten, hoher Zinsen und verschärfter Aufsicht eingebrochen. Bis Ende 2023 hatte sich das Volumen sogar halbiert. Seit knapp einem Jahr zeichnet sich nun eine Trendwende ab – unterstützt durch Zinssenkungen der US-Notenbank, regulatorische Lockerungen und eine wachstumsfreundliche Politik.
Als ein Symbol dafür sehen die UBS-Experten die Ernennung einer neuen Vorsitzenden der US-Wettbewerbsbehörde FTC, die einen pragmatischeren Ansatz bei der Genehmigung großer Transaktionen verfolgt. Während die Behörde in den Jahren 2020 bis 2024 zahlreiche prominente Deals – etwa von Nvidia, Lockheed Martin oder Adobe – untersagt hatte, erhielten jüngst Zusammenschlüsse wie Skydance und Paramount und Chevron mit Hess grünes Licht.
Weniger Deals, aber größere Volumina
Angesichts des Nachholbedarfs nach Jahren geringer Aktivität sieht UBS Chancen für eine weiterhin hohe Transaktionsdichte. Die aktuelle Erholung tragen vor allem Großtransaktionen. Nach Daten der Plattform Mergermarket entfallen 30 Prozent des bisherigen Gesamtvolumens auf nur 49 Deals mit einem Volumen von über zehn Milliarden US-Dollar.
Beispielhaft nennen die UBS-Analysten die geplante Fusion der US-Bahngesellschaften Norfolk Southern und Union Pacific, den Kauf von Electronic Arts durch ein Konsortium um den saudischen Staatsfonds PIF oder die Übernahme von Toyota Industries seitens Toyota Fudosan.
Auch die Zahl der Unternehmensabspaltungen und Teilverkäufe steigt ordentlich. Unternehmen wollen ihre Strukturen vereinfachen, Kapital freisetzen und auf neue Marktbedingungen reagieren, meinen die Experten. Große Transaktionen wie der Verkauf von Cox Communications an Charter Communications (36 Milliarden US-Dollar) oder die Abspaltung des US-Geschäfts von Holcim (34 Milliarden US-Dollar) stehen exemplarisch für diesen Trend.
Sektorübergreifend führt die Technologiebranche die Statistik mit einem Drittel des weltweiten M&A-Volumens an – getrieben durch Bereiche wie künstliche Intelligenz und digitale Transformation. Es folgen Finanzdienstleistungen, wo Konsolidierung ein treibender Faktor ist. In zyklischen Sektoren wie Immobilien oder Bauwesen verläuft die M&A-Erholung bislang langsamer.
Regional entfallen den UBS-Daten zufolge rund 50 Prozent des Volumens auf Nordamerika, doch auch Europa und Asien zeigen rege Aktivität und übertreffen die USA sogar bei der Zahl der Transaktionen.
IPO-Markt erholt sich parallel
Auch der Markt für Börsengänge erlebt 2025 eine Renaissance. In Nordamerika wurden bis September 175 IPOs mit einem Gesamtvolumen von 30,5 Milliarden US-Dollar registriert – der höchste Wert seit 2021. Viele Emissionen stammen von etablierten, profitablen Unternehmen und sind konservativ bepreist, was zu soliden Kursentwicklungen führt. Das Beispiel des Börsendebüts von Figma mit einem Kursanstieg von 250 Prozent verdeutlicht die starke Nachfrage nach innovativen Technologieunternehmen.
In Asien stieg das IPO-Volumen auf 45,9 Milliarden US-Dollar – ebenfalls ein Mehrjahreshoch, insbesondere durch zahlreiche Emissionen in Hongkong und Festlandchina. Europa hinkt noch hinterher, zeigt aber Anzeichen einer Belebung, etwa durch die überzeichnete Verisure-Platzierung.
Private Equity profitiert von neuen Exit-Möglichkeiten
Für Private-Equity-Investoren markiert der Aufschwung einen Wendepunkt. In den vergangenen Jahren hatten schwache Exit-Möglichkeiten die Branche belastet. 2025 steigen die Ausschüttungen wieder – vor allem durch strategische Verkäufe und IPOs. UBS erwartet, dass die Ausschüttungsrendite in diesem Jahr nahe dem historischen Durchschnitt von 25 Prozent des Nettoinventarwerts liegen könnte.
Das erleichtert Fundraising und verbessert die Liquidität im Sektor. Gleichzeitig gewinnt der Sekundärmarkt an Bedeutung: Investoren nutzen ihn verstärkt, um Portfolios umzustrukturieren oder Liquidität zu schaffen.
Hedgefonds setzen auf Merger-Arbitrage
Auch für Hedgefonds eröffnet das lebhafte M&A-Umfeld neue Chancen. Besonders Merger-Arbitrage-Strategien profitieren, da mehr Transaktionen für attraktive Spreads sorgen und regulatorische Risiken sinken. UBS hat die Bewertung dieser Strategie daher auf „Attraktiv“ angehoben. Bis September 2025 erzielten die Fonds im Schnitt rund 8 Prozent Rendite.
Investmentbanken profitieren vom gestiegenen Emissions- und Transaktionsvolumen. UBS berichtet von steigenden Erträgen aus Kapitalmarktgeschäften und soliden Ergebnissen im dritten Quartal 2025, insbesondere bei US-Häusern. Dividenden und Aktienrückkäufe stützen zudem die Gesamterträge des Sektors. UBS bewertet US-Finanzwerte daher mit „Attraktiv“.
Nachhaltige Erholung ist möglich – aber nicht garantiert
Das UBS Chief Investment Office erwartet, dass die hohe Aktivität am M&A-Markt in den kommenden Quartalen anhält und sich auch auf mittlere Transaktionsgrößen ausweitet. Die bereits erwähnten Voraussetzungen wie moderate Zinsen, stabile Konjunktur und eine pragmatische Regulierung sprechen für diese optimistische Sichtweise.
Gleichzeitig warnt das Institut aber auch vor möglichen Risiken: Makroökonomische Unsicherheiten, neue Regulierungswellen und mögliche Marktschwankungen könnten die Dynamik bremsen. Ob aus der Erholung ein langfristiger Trend wird, hängt wesentlich von der Stabilität der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ab.