Dass Privatbanken, Vermögensverwalter und Family Offices soziale Netzwerke als Vertriebskanal und Werbeplattform nutzen, ist keine Seltenheit mehr. So sucht etwa J.P. Morgan gezielt auf dem Karriere-Netzwerk Linkedin den Kontakt zu Hochvermögenden. Dass aber renommierte Multi Family Offices auf Telegram Dienstleistungen anpreisen, ist dann doch eher ungewöhnlich – schließlich gilt das Netzwerk eher als Brutstätte kruder Verschwörungstheorien und veritable Direktvernetzung zur Drogenszene.
Bafin warnt vor dem Identitätsmissbrauch
So warnte jüngst auch die Bafin vor einem irreführenden Angebot auf Telegram: „Anlagenpläne“ vertrieben dort angeblich behördlich registrierte Online-Investment-Gesellschaften mit den Namen „HQ Trust Trade's“ und „Unique Futures Trade“. Behördlich registriert sind diese Gesellschaften natürlich nicht und auch eine Verbindung zum Bad Homburger Multi Family Office HQ Trust existiert nicht – stattdessen warnt die Bafin vor dem Identitätsmissbrauch der Telegram-Betrüger.
Die Bafin ermittelt deswegen gegen die unbekannten Betreiber, weil sie ohne Erlaubnis der Bafin Finanz- und Wertpapierdienstleistungen anbieten. Und: Die Aufsichtsbehörde verweist nochmal explizit darauf, dass alle Unternehmen, die diese Erlaubnis haben, in der Unternehmensdatenbank der Bafin zu finden sind.