Private Markets machen inzwischen nahezu ein Fünftel der Portfolios großer institutioneller Investoren aus. Die MSCI-Experten bemängeln, dass wichtige Faktoren wie beispielsweise Transparenz nicht mit dem enormen Wachstum mithalten konnten.
„Die Anlageklasse funktioniert, aber die sie stützende Infrastruktur hat mit ihrem Umfang nicht Schritt gehalten“, sagt Luke Flemmer, Leiter Private Assets bei MSCI. Und erklärt: „Liquiditätsdruck, uneinheitliches Vertrauen in Bewertungen und die jüngsten Spannungen bei privaten Krediten haben ihre Ursache in einem strukturellen Mangel an Transparenz. Investoren müssen wissen, was sie besitzen, was diese Anlagen wert sind und wo Risiken liegen, um öffentliche und private Vermögenswerte gemeinsam erfolgreich zu verwalten.“
Private Credit unter Bewertungsdruck
Am deutlichsten spürbar ist der Stress im Bereich Private Credit. Insolvenzen im Spätherbst 2025 lösten eine Welle von Rücknahmeanträgen in semiliquiden Evergreen-Fonds aus. Gleichzeitig haben drei Jahre erhöhter Zinsniveaus Spuren hinterlassen: 15,7 Prozent der Kredite in Private-Credit-Fonds werden inzwischen unter 80 Prozent des Nennwerts geführt – ein Indikator für erhöhten Stress. Besonders betroffen sind kleinere Fonds, die deutlich höhere Abschreibungsquoten aufweisen als ihre größeren Pendants.
Liquiditätsdürre in Private Equity
Auch im Private-Equity-Segment bleibt die Lage angespannt. Die Ausschüttungsquote lag 2025 bei nur 12 Prozent – deutlich unter dem historischen Schnitt von 20 Prozent. Manager halten Portfoliounternehmen länger, klassische Exit-Wege wie Börsengänge stocken. Der Sekundärmarkt springt in die Bresche: 2025 erreichte er mit 240 Milliarden US-Dollar ein Rekordvolumen, 48 Prozent mehr als im Vorjahr.
KI als Multi-Asset-Thema
Künstliche Intelligenz verändert das Investitionsuniversum grundlegend. KI-bezogene Anlagen machen bereits 16 Prozent der globalen Private-Equity-Assets aus – rund 739 Milliarden US-Dollar. Der Rechenzentrum-Boom treibt Investitionen quer durch alle Anlageklassen, von Infrastruktur über Immobilien bis hin zu Buyout und Venture Capital. MSCI-Daten zeigen, dass Rechenzentrum-Investments seit 2011 annualisierte Renditen von über 23 Prozent erzielt haben – allerdings steigen Komplexität und Kapitalintensität deutlich.
Evergreen-Fonds: Wachstum mit Tücken
Evergreen-Strukturen haben in den USA inzwischen die Marke von 500 Milliarden US-Dollar an verwaltetem Vermögen überschritten, mit mehr als 30 Prozent Wachstum in einem Jahr. Doch der schnelle Aufstieg hat Schwachstellen offenbart: Wenn Anleger – geprägt von der täglichen Liquidität börsennotierter Märkte – Rücknahmen fordern, stoßen sie auf die Grenzen semiliquider Strukturen. Die Glaubwürdigkeit von manager-gemeldeten Nettoinventarwerten wird zur Schlüsselfrage.
Performance 2025: Venture Capital erholt sich
Auf der Performanceseite lieferte Venture Capital 2025 mit einem Jahresplus von 22 Prozent die stärkste Erholung seit 2021. Infrastruktur kam auf 12,8 Prozent, Buyout auf 10,1 Prozent. Private Immobilien blieben das vierte Jahr in Folge das schwächste Segment der Real-Asset-Strategien.