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Moonfare nimmt eine besondere Position ein, weil wir auf einer Plattform sorgfältige Investmentauswahl, Zugang zu privaten Märkten und die Entwicklung hauseigener Produkte miteinander verbinden. Wir prüfen jährlich mehr als 500 Investmentmöglichkeiten und nehmen davon rund fünf Prozent auf die Plattform auf.
Zudem verfügen wir über eine Größenordnung, die nur wenige unserer engsten Wettbewerber erreichen: Wir verwalten rund vier Milliarden Euro für Investoren in 24 Ländern. Darüber hinaus verfügen wir über eine Bafin-Lizenz, die die Bereiche Vermittlung, Anlageberatung und Finanzportfolioverwaltung abdeckt.
Diese Kombination aus Selektionsdisziplin, regulatorischer Kompetenz und internationaler Reichweite ist nur schwer zu replizieren. Das Wettbewerbsumfeld würde ich deshalb weit fassen: Dazu gehören grundsätzlich alle Anbieter, die für private Vermögen zur zentralen Infrastrukturebene für Investments in Private Markets werden möchten.
Welche Prioritäten haben Sie in den kommenden Jahren: Wachstum, Profitabilität, Internationalisierung oder Produkte?
Pauls: Kurzfristig liegen unsere Prioritäten auf Wachstum und einer größeren Produkttiefe. Wir werden weiterhin in unsere Infrastruktur, Compliance, Servicequalität und unseren Investmentprozess investieren. Auf der Produktseite wollen wir sowohl unsere eigenen Strategien als auch Strukturen ausbauen, die eine bessere Portfoliozusammenstellung ermöglichen. Das gilt insbesondere für Co-Investments, Sekundärmarktinvestments und Evergreen-Lösungen.
Auch die Internationalisierung bleibt wichtig. Die größere Chance sehen wir derzeit jedoch darin, unsere Präsenz in den bereits adressierbaren Märkten weiter zu vertiefen. Das zentrale Thema all dieser Maßnahmen ist, den Anteil des verwalteten Vermögens zu erhöhen, der über Produkte erzielt wird, die wir selbst entwickeln und verwalten.
Die Performance-Unterschiede zwischen Managern sind enorm. Wie stellen Sie sicher, dass Anleger tatsächlich Zugang zu den besten Fonds erhalten?
Pauls: Die Auswahl der richtigen Manager ist die zentrale Herausforderung an den privaten Märkten, weil die Performance-Unterschiede sehr groß sind. Daten von J.P. Morgan Asset Management zeigen für den Zeitraum von 2015 bis 2025 eine Differenz von rund 19,5 Prozentpunkten zwischen Private-Equity-Manager im obersten und im untersten Quartil.
Der Zugang zur Anlageklasse allein reicht deshalb nicht aus. Die entscheidende Frage lautet: Wie erhalten Anleger Zugang zu den richtigen Managern? Moonfare prüft jährlich mehr als 500 Investmentmöglichkeiten und wählt rund fünf Prozent davon für die Plattform aus. Dabei betrachten wir nicht nur die erzielten Renditen.
Wir analysieren auch die Konsistenz der Ergebnisse über verschiedene Marktzyklen hinweg, die Stabilität des Teams, die Nachfolgeplanung und die Fähigkeit, operativ nachhaltigen Mehrwert zu schaffen. KI hilft uns, die Marktabdeckung zu erhöhen und Muster früher zu erkennen. Die finale Auswahl bleibt jedoch eine menschliche Investmententscheidung.
Ist der Zweitmarkt inzwischen ein fester Bestandteil von Private-Markets-Strategien?
Pauls: Ja, Sekundärmarktinvestments sind inzwischen ein zentraler Bestandteil der Portfolioallokation in privaten Märkten und längst nicht mehr nur ein Instrument zur punktuellen Liquiditätsbeschaffung. Der Grund ist einfach: Die Haltedauern werden länger, Exits erfolgen langsamer, und sowohl Limited Partner als auch General Partner benötigen flexiblere Möglichkeiten, Liquidität zu schaffen.
Für Investoren können Secondaries drei strukturelle Vorteile bieten: schnellere Ausschüttungen, ein geringeres Blind-Pool-Risiko und in vielen Fällen einen Einstieg mit einem Abschlag auf den Nettoinventarwert. Zudem können sie den J-Curve-Effekt verkürzen.
Gleichzeitig wechseln jährlich nur etwa ein bis zwei Prozent des globalen NAV in Private Markets die Besitzer. Der Markt verfügt daher weiterhin über erhebliches Wachstumspotenzial. Secondaries sind somit bereits etabliert, aber noch weit von einem ausgereiften Markt entfernt.
Welche Rolle können KI und datengetriebene Analysen künftig bei der Auswahl von Fondsmanagern spielen?
Pauls: Für uns ist das bereits gelebte Praxis und kein Zukunftsszenario. KI ist vor allem bei den mechanischen Bestandteilen der Due Diligence hilfreich – etwa bei der Dokumentenprüfung, der Strukturierung von Daten und dem Erstellen erster Modelle.
In einem konkreten Beispiel konnte eine sogenannte Value Bridge deutlich schneller erstellt werden. Was früher rund zwei Stunden erforderlich gedauert hat, funktioniert inzwischen in etwa fünf Minuten.